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Palästina · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Ein jüdisches Technikum in Palästina
Date
1908-01-01
Page
Seite 28 (sequence 2)
Language
German
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heit in die Hand nehmen. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man diesen noch so jungen Verein als einen der angesehensten u|nd der mächtigsten aller jüdischen Korporationen der Gegenwart bezeichnet. Wir stellen heute diesem Unternehmen eine gute Prognose. Bei den wachsenden Sympathien, die Palästina auch in den reichen jüdischen Kreisen gewinnt, kann es der Werbearbeit dieser die ersten deutschen Juden umfassenden Körperschaft wohl {gelingen, die Schiffs, Rothschilds und die übrigen jüdischen Geldmagnaten für das Technikum zu erwärmen. Wir wollen hier auch die Anregung zu geben nicht versäumen und eine Agitation in der Hinsicht dringend dem Hilfsverein empfehlen. Aber wenn auch die Geldmittel in einiger Zeit noch nicht die Höhe erreichen sollten, die eine Errichtung des Technikums wie es das von Köchen oder das von Mittweida ist, gestattet, so ist doch durch die opferwillige Spende und durh die Unterstützung des Hilfsvereins die Sicherheit vorhanden, dass ein kleines Technikum, wie es sich in Deutschland öfters findet, errichtet werden kann. Gibt es doch aller Orten private Anstalten, z. B. das Technikum von Friedberg (Hessen), die keinerlei oder nur geringe Unterstützung gemessen. Ebenso könnte es sich infolgedessen ermöglichen lassen, eine technische Hochshule in Palästina zu begründen, die vorerst nur ausgebaut wird, ein Usus, der auch in Deutschland öfters zur Ausführung kam . Stets kann ja eine weitere Abteilung, ein weiterer Lehrstuhl angegliedert werden. Ueber die Wichtigkeit der Gründung eines Technikums kann wohl nur eine Stimme herrschen. Dr. Paul Nathan hat auch in allerjüngster Zeit besonders die wirtschaftliche Notwendigkeit eines solchen Institutes für die Juden des Orients dargetan. Es sei bei dieser Gelegenheit aber speziell darauf hingewiesen, wie sehr eine wenn auch noch so kleine Hochschule kulturell von äusserster Bedeutung ist. Exempla docent Hat doch selbst Amerika in Beirut eine Universität begründet. Die Juden wollen im Orient Kulturträger werden, sie wollen aber selbst ihre eigenen Bildungsstätten besitzen (oder sollen sie vielleicht die Hochschule der Jesuiten, wie es heute sogar vorkommt, besuchen?). Schon jede bessere Volksschule zieht jüdische Intelligenz ins Land. Und wenn auch die vage Behauptung, dass der eingewanderte Jude in Palästina geistig auf das leider ziemlich tief stehende Niveau des einheimischen Juden oder gar des Arabers oder des Fellachen sinken könnte, wenig wahrscheinlich, so wäre doch die beste Vorkehrung da- 28

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