Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Kunst in Palästina
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
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nur durch die Inangriffnahme von Entwürfen zu Bauten, Gärten, öffentlichen Plätzen, sondern auch z. B. durch Herstellung von Möbeln, Gebrauchsgegenständen aller Art in charakteristischen Formen. Als Vorwürfe werden z. B. gewiss die Funde von Ausgrabungen dienen können, und der Phantasie des künstlerischen Schaffens eröffnen sich ungemessene Weiten. Hier ist ein Gebiet, auf dem wir Eigenart und nationale Veranlagung mit Taten beweisen können. -□ Dr. Leo Metmann, Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jaffa: Die hebräische Sprache in Palästina*). Mit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts beginnt für die hebräische Sprache eine durchaus neue Epoche ihres Lebens und ihrer Geschichte. Je mehr die nationalen 'Ideen unter den Juden Wurzel f assten, um so günstiger wurde die Stimmung für das Hebräische; in dem Masse sogar, dass es nicht allein als profane Schriftsprache jene Krisis glücklich überlebte, als das religiöse Bewusstsein nach und nach schwand, sondern sich sogar als eigentliche Umgangssprache wieder einzuleben suchte. Es wurden nämlich z?u jener Zeit die ersten Versuche gemacht, die hebräische Sprache, die bis dahin nur in Büchern fortlebte, auch im Umgange zu gebrauchen, und die weitere Entwicklung dieser 'Bestrebungen in den letzten Jahrzehnten zeigt, dass die Zeit nahe ist, in der diese Versuche eine vollzogene Tatsache sein werden. Dies wird einzig und allein der segensreichen direkten und indirekten Wirkung des neu auftauchenden nationalen Bewusstsein im Volke zuzuschreiben sein, das immer grössere Kreise umfasste. Am stärksten begann dasselbe sich zu regen gerade in denjenigen Personen, die durch Bildung und Wissenschaft sich von den religiösen Zeremonien befreiten. Es war, als ob der blinde nationale Erhaltungstrieb in ihnen den Mangel fühlte, der sich durch das Lockerwerden des religiösen Bündnisses spürbar machte. Es regten sich darum unwillkürlich in ihnen neue Interessen, gleichsam als Ersatz des religiösen Bandes, wodurch das Solidaritätsgefühl mit ihrem Volke sich zu erhalten und zu stärken vermöchte. Nicht wenig mögen auch die scheinbar humanen Bestrebungen in Europa dazu beigetragen haben; besonders mag die Befreiung der balkanischen Völker auch in den Juden das Bewusstsein geweckt haben, auch ihre sehnsüchtige Hoffnung auf Wiederherstellung ihrer nationalen. Selbständigkeit könne auf natürlichem Wege verwirklicht wer- *) Aus: „Die hebräische Sprache" (Jerusalem 1907). 20