Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1937)
- Article
- Die Bedeutung des Zitrusbaues für die Volkswirtschaft
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 632 (sequence 12)
- Language
- German
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eine vertragliche Neuregelung der Handelsbeziehungen weite Absatzmöglichkeiten eröffnet werden. Die Notwendigkeit zur Erschließung neuer Absatzmärkte für die palästinensische Industrie ist bedingt durch das große Passivum der palästinensischen Handeisbilanz, sowie die hohe Produktionskapazität solcher Industriebetriebe, die bewirken, daß die Erweiterung des Absatzgebietes über den einheimischen Markt hinaus zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Die Entwicklung der Industrieausfuhr bewirkt eine Verdichtung der Handelsbeziehungen zu denjenigen Ländern, die als Orangeneinfuhrländer kaum in Frage kommen oder nur von untergeordneter Bedeutung sind. Von den 306 in der palästinensischen Außenhandelsstatistik angeführten Positionen der Fertigwarenausfuhr waren während der Jahre 1933/34. für außereuropäische Staaten 226, darunter zirka 189 für die asiatischen und afrikanischen Staaten bestimmt. Die Ausdehnung der Industrieausfuhr trägt demzufolge die Tendenz in sich, die Entsprechung zwischen der Außenhandelsbedeutung der Orangen-Exportländer und der anteilmäßigen Wichtigkeit der einzelnen Länder am Gesamtaußenhandel aufzuheben. Denn die Stärkung der Industrieausfuhr bringt eine Verringerung der Bedeutung der Orangen-Einfuhrländer als Abnehmer mit sich, sie verteilt die Ausfuhr auf eine Vielzahl von Absatzmärkten und verstärkt die Handelsbeziehungen zu außereuropäischen "Wirtschaftsgebieten. Sie ist daher geeignet, das Risiko des durch eine Monokultur beherrschten Außenhandels zu verringern. Die zu erwartende Steigerung der Orangenproduktion in den nächsten Jahren und die Beschränkung der handelspolitischen Handlungsfreiheit Palästinas wirken allerdings den Tendenzen zur Überwindung der Monopolstellung der Orange im palästinensischen Außenhandel und der daraus sich ergebenden Einseitigkeit der palästinensischen Ausfuhrstruktur entgegen. Die Entwicklung der palästinensischsyrischen Handelsbeziehungen, die durch einen besonderen Handelsvertrag geregelt sind, beweist jedoch, daß die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Verstärkung der Handelsbeziehungen Palästinas zu seinem wirtschaftsgeographischen Hinterland gegeben sind. Die Erreichung der handelspolitischen Handlungsfreiheit ist daher ebenso erste Voraussetzung für eine Verringerung der aus der einseitigen Ausfuhrstruktur erwachsenden Gefahren, wie zur Sicherung einer stetigen Absatzentwicklung der wichtigsten palästinensischen Ausfuhrware nach seinen europäischen Absatzgebieten. Rundschau LANDWIRTSCHAFT. Die Zukunft des Gemüsebaus. Von Agr. Hermann Hirsch, Gan Zwi. Neulich wohnte ich einer Gemüseversteigerung der Haifaer Tnuvah (Genossenschaft zum Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse) bei. Es war für jemand, der Zusammenhänge versteht, einigermaßen interessant. Die besten Qualitätsgemüse, wie Wachsbohnen, Eierfrüchte, rote Rüben, Rettiche, grüner Pfeffer usw. brachten Preise, die nicht nur den Gemüsebauern ohne Arbeitslohn lassen, sondern kaum Ernte, Verpackung, Transport und Versteigerungsgebühr decken. Entsprechend ist auch die Stimmung der Gemüsebauern, zumindest in der Haifaer Gegend, verzweifelt. Diese Bemerkungen werden für die Leser dieser Zeitschrift etwas überraschend kommen. Wahrscheinlich haben sie die Kongreßreferate noch in frischer Erinnerung, worin durchaus korrekte Statistiken