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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 621

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Finanzbasis des projektierten Judenstaates
Date
1937-12-01
Page
Seite 621 (sequence 6)
Language
German
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Aufwendungen für Verteidigungszwecke belastet sein wird, so ist darauf aufmerksam zu machen, daß diese Belastungen auch schon jetzt einen sehr erheblichen Umfang haben. Nach dem Voranschlag für das Finanzjahr 1937/38 betragen die laufenden Ausgaben für polizeiliche und militärische Zwecke annähernd 1,4 Millionen £P und erreichen damit eine Höhe, die auch für die Sicherheits- und Verteidigungsbedürfnisse des Jüdischen Staates ausreichend sein dürfte, zumal der britische Polizei- und Militärapparat ein für Palästina sehr kostspieliger ist. (Vergleichsweise sei hinzugefügt, daß der neue ägyptische Militäretat sich auf 1,1 Millionen £P belief, infolge der zugespitzten Situation an der lybischen Grenze allerdings nachträglich erhöht wurde.) Insgesamt ist — von den außerordentlichen Aufwendungen für die wirtschaftlichen Entwicklungsaufgaben abgesehen — angesichts des kleineren Verwaltungsgebietes, der kostspieligen englischen Beamtenschaft und des Wegfalls der Ausgaben für arabische Zwecke nicht anzunehmen, daß die laufenden Ausgaben die der Palästina-Regierung während der letzten Jahre trotz mancher erhöhten und zusätzlichen Aufwendungen übersteigen wird. Der Überschuß, den die Palästina-Regierung in den letzten Jahren erzielte, würde dann für die außerordentlichen wirtschaftlichen Entwicklungsaufgaben frei werden, denen auch die Fonds in stärkerem Maße zugeführt wrerden können, wenn der Jüdische Staat ihnen die Belastung durch kulturelle Aufgaben, die an und für sich Staatsangelegenheit sind, abnimmt. Diese rohe Skizzierung bedarf abschließend noch einer Ergänzung: Bisher wurde das von der jüdischen Wirtschaft getragene Finanzaufkommen ihr durch die englische Verwaltung nur in einer äußerst geringen Dosis wieder zugeführt. Es wurde ihr durch die überwiegend aus Engländern und Arabern zusammengesetzte Beamtenschaft und den außerhalb der jüdischen Wirtschaft angekauften Sachbedarf bis auf einen äußerst geringen Anteil entzogen. Im Rahmen eines Jüdischen Staates wird im Gegensatz dazu das jüdische Finanzaufkommen der jüdischen Wirtschaft durch den Staat als Arbeit- und Auftraggeber wohl nahezu vollständig zugeführt werden und so der Wirtschaft die staatlichen Impulse in vollem Umfang zukommen lassen, die sie bisher entbehren mußte. Die Bedeutung des Zitrusbaues für die Volkswirtschaft Von Dr, Elfriede Maschke, Tel Aviv. 1. Vom Standpunkt der Binnen Wirtschaft. Die volkswirtschaftliche Bedeutung, die der Sicherung der Rentabilitätsbasis der palästinensischen Zitrusindustrie durch Bemühungen um die Erweiterung ihres Absatzes und Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit beizumessen ist, erhellt aus ihrem Beitrag -um Ausgleich der inneren Wirtschaftsbilanz und äußeren Handelsbilanz. Sie ist der einzige Wirtschaftszweig, der eine ständige, durch Wirtschaftskrisen nicht unterbrochene Aufwärtsentwicklung aufweist, und an dessen Ausdehnung sowohl die jüdische ^vie die arabische Wirtschaft in entscheidendem Maße beteiligt sind. Freilich ist in den einzelnen Epochen der Nachkriegszeit das Tempo der Entwicklung der Zitrusindustrie verschieden. In den Jahren 1922/27 ist es relativ langsam, um dann bis zum Jahre 1933 unmer schneller zu werden. In den Jahren 1922/27 wächst die gesamte Anbaufläche um 28.000 Dunara: im Jahrfünft 1927/32 beträgt ihre Flächenausdehnung 100.000 Dunam, und in den beiden darauf folgenden Jahren 1933/34 wächst ihre Anbaufläche um soviel, v^ie in dem vorhergehenden Jahrfünft.

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