Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1937)
- Article
- Die Finanzbasis des projektierten Judenstaates
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 619 (sequence 4)
- Language
- German
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Was zunächst die Zolleinnahmen als wichtigste Etatposition betrifft, so ist bekannt, daß diese zum größten Teil auf dem Importbedarf der jüdischen Wirtschaft beruhen. Man schätzt, daß etwa zwei Drittel des Importes auf den jüdischen Bedarf entfallen. Bei näherer Beleuchtung der Struktur der Zolleinnahmen ergibt sich aber, daß der jüdische Anteil an diesen ein noch höherer sein dürfte. Der auf die Regierung, IPC. und ähnliche Institutionen entfallende Anteil des Importes ist zollfrei und es wird im aligemeinen übersehen, daß auch ein großer Teil des arabischen Importes zollfrei ist — nämlich der Import aus Syrien, der sehr weitgehend aus Produkten für die arabische Wirtschaft besteht. Nach Abzug dieser beiden zollfreien Importpositionen macht der jüdische Anteil schätzungsweise mindestens 75% aus. Die Zolleinnahme werden weiterhin durch den außerordentlich großen Umfang der sonstigen zoilbefreiten Artikel verringert. Im Jahre 1936 waren überhaupt nur rund 50% der importierten Waren zollpflichtig. Der gesamte und (nach Abzug der verschiedenen zollrvrreiten Warenkategorien verbleibende) zollpflichtige Import weist nach einer Aufteilung der Zollbehörden in den letzten drei Jahren folgendes Bild auf: 1934 1935 1936 In £P . 15,153.000 17,853.000 13,979.000 Abzüglich Regierungs-, IPC.-Bedarf . 1,193.000 1,289.000 1,661.000 . 13.960.000 16,564.000 12,318.000 Abzüglich Import aus Syrien (zollfrei) . 921.000 1,101.000 1,274.000 Verbleibt ............ . 13,039.000 15,463.000 11,044.000 Abzüglich sonstigem zollbefreitem Import . 3.854.000 4,739.000 4.034.000 9,185.000 10,724.000 7,010.000 2,430.000 2.870.000 2,012.000 In Prozent des Gesamtimportes . . 16.0% 16,1% H.4%!■•? Prozent des zollpflichtigen Importes 26,5% 26,6% 287% Hinsichtlich der finanziellen Perspektiven des Jüdischen Staates ergibt sich also, daß - .machst ein überragender Anteil der Zolieinnahmen auf diesen übergehen wird. Die Abfälle, die der Fortfall des arabischen Anteils und gewisser Teile des jüdischen Importes für die außerhalb der jüdischen Staatsgrenzen verbleibenden jüdischen ßevöl- -ungsteile mit sich bringt, dürften nach den bisherigen Finanzerfahrungen sehr bald : ~ch den Auftrieb infolge der Neueinwanderung kompensiert und überkompensier«: . rcen. Die Zolleinnahmen des Jüdischen Staates dürften weiterhin durch eine protek- : "irischere Zollpolitik eine Tendenz zur Steigerung erfahren, die andererseits natür- . auch gewisse Ausfälle mit sich bringt, als sie dazu führt, daß Importprodukte zum 1 •■ i durch eigene Agrar- und Industrieerzeugnisse ersetzt werden. Letzteres dürfte sich ' allmählich bemerkbar machen. Eine erhebliche Zollreserve ist für den Jüdischen N- - .: in dem großen Umfang der gegenwärtig zollfrei importierten Waren enthalten, : e: es sich neben dem Regierungs- und Militärimport vor allem um einen großen J . der sonst in der Zollbefreiungsliste enthaltenen Waren handelt. Wichtige indu- ' :i;e Rohstoffe wird auch der Jüdische Staat zollfrei lassen. Aber die gegenwärtige :>efreiungsverordnung umfaßt in erheblichem Umfang solche Waren, die die Palä- ■ < -Regierung aus sanitären, erzieherischen und anderen allgemeinen Erwägungen zoll- " ■ belassen hat, und bei denen ein Interesse, diese in Palästina zu erzeugen, das für Zollpolitik des Jüdischen Staates maßgebend sein wird, bisher nicht bestand oder I