Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 11 (November 1937)
- Article
- Eine Untersuchung über private Wirtschaften in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 581 (sequence 2)
- Language
- German
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rationell bewirtschafteten Farm beabsichtigten, mangelte die Kenntnis, Fehlschläge zu vermeiden, da keine detaillierten Aufzeichnungen über die Erfahrungen privater Siedler — die sich von den unter der Aufsicht der Zionistischen Organisation stehenden Kleinsiedlern und genossenschaftlichen Gruppen unterscheiden — vorlagen. Um die Lücke der bisherigen Kenntnis der jüdischen Landwirtschaft auszufüllen, hat das Büro des American Economic Committee for Palestine (A. E. C.) in Tel Aviv im letzten Jahre eine Untersuchung der Bedingungen und Möglichkeiten der Gemischtwirtschaften bei Einzelsiedlern vorgenommen, wie wir bereits in Nr. 7, Seite 387, dieser Zeitschrift kurz berichteten. Die Untersuchung war notwendigerweise auf das Jahr 1935 beschränkt, das als letzte vollständige Periode einen Überblick über die besonderen Bedingungen der Entwicklung gestattet. Die Rekord-Einwanderung dieses Jahres hatte die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen gesteigert; ungenügende Versorgung durch jüdische Wirtschaften hatte hohe Preise zur Folge; arabische Konkurrenz übte keinen ernsthaften Einfluß auf die recht zufriedenstellenden Umsätze aus; ein Höchstmaß von Eigenproduktion durch die jüdische Gemeinschaft wurde weitgehend befürwortet, um den steigenden Lebensmittelimport auf ein Minimum zu beschränken. Alles zusammengenommen, konnte das Jahr als günstig bezeichnet werden. Erweiterte Nachfrage, ausgezeichnete Preise, weitverbreitete und erfolgreiche Brunnenbohrung, wirksame Propaganda für intensive Landwirtschaft und die Notwendigkeit für Neueinwanderer, sich ein Einkommen bringendes Unternehmen zu schaffen; das alles hatte eine rapide Erweiterung der Viehzucht und bewässerten Pflanzungen zur Folge. Der Versuch der Araber — als Teil des Generalstreiks im Jahre 1936 — die jüdische Bevölkerung durch Zurückhaltung von Gemüse und ähnlichem auszuhungern, hatte die Ausschaltung der nicht-jüdischen Konkurrenz und Monopolpreise zur Folge. Die durch jüdische Landwirte kultivierte Fläche für Gemüsebau stieg von 2500 auf 7000 Dunam und versorgte fast 35% des jüdischen Marktes, der außerdem von Syrien und Cypern beliefert wurde. Nach einer Schätzung der palästinensischen Regierung, stieg der Verkauf von Eiern der Genossenschaften (vermutlich jüdischer) von 9 Millionen im Jahre 1935 auf 15 Millionen im Jahre 1936; die Gesamtproduktion an Eiern jüdischer Geflügel wirtschaften war jedoch noch größer. Ein Überblick. Der Bericht des A. E. C. von 125 Folioseiten mit zahlreichen Tabellen ergab Folgendes über die Lage privater jüdischer Wirtschaften im Jahre 1935: 1. Information über die tatsächliche Situation in Privatwirtschaften im Jahre 1935. 2. Kenntnis der wichtigen individuellen und sozialen Probleme des Landwirts. 3. Informationen über die Gemischtwirtschaft, die jetzt in gesammelter Form zukünftige Siedler — die sonst möglicherweise unklug siedeln würden — zugänglich sind. Die gründliche Erforschung der Erfahrungen privater jüdischer Siedler zeigt, daß ein gewisses Minimum an allgemeinen Voraussetzungen erforderlich ist, wenn Einwanderern eine vernünftige Möglichkeit zum Erfolg gegeben werden soll. Dieses Minimum muß von der Regierung der Jewish Agency und anderen jüdischen öffentlichen Körperschaften gewährt werden, abgesehen von privater Hilfe in finanzieller, ökonomischer und technischer Hinsicht. Es wäre Pflicht der Regierung, für folgendes zu sorgen: Ausreichende Sicherheit für Leben und Eigentum (um so außergewöhnliche Kosten für private Wachen und Verlust durch böswillige Zerstörung zu vermeiden), Änderung des Gesetzes, um den Landerwerb zu erleichtern, baldige Formulierung und Ausführung eines Programms