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Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 570

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
Löhne und Preise
Date
1937-11-01
Page
Seite 570 (sequence 4)
Language
German
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haltung verbunden. Bei Eier und Butter liegen die Dinge so, daß die Preise für gleichartige eingeführte Erzeugnisse verhältnismäßig wenig von einander abweichen, daß die Preisunterschiede aber außerordentlich groß werden, wenn die arabischen Verbrauchswaren mit den Marktpreisen jüdischer (Tnuvah-)Eier und Butter verglichen werden. Sie erhöhen sich dann auf das Doppelte und darüber. Allerdings ist hier wiederum zu bemerken, daß die jüdischen Produkte qualitativ weit hochwertiger sind als die Verbrauchswaren des arabischen Marktes. Gegenwärtig sind Tnuvah-Eier und Butter noch kein jüdischer Massenkonsumartikel — schon weil sie nicht in ausreichenden Mengen erzeugt werden. Mit der Ausdehnung der jüdischen Produktion und der über kurz oder lang sich ergebenden Notwendigkeit, sie zu den vorherrschenden Verbrauchswaren zu machen, wird sich dieselbe Lage ergeben, die obenstehend bei Fleisch und Milch skizziert wurde. Bei Gemüse und Inlandsfrüchten schwanken die Preise stark. In Zeiten starken arabischen Angebotes sinken die Preise auf dem arabischen Markt oft außerordentlich tief unter das Niveau des jüdischen Marktes, wenn die jüdischen Marktpreise nicht ebenfalls durch das billige arabische Angebot mit heruntergedrückt werden. Wenn das arabische Angebot jedoch saisonmäßig nachläßt, gleichen sich die jüdischen und arabischen Preise häufig weitgehend an oder sogar völlig aus. Als Beispiel für eingeführte Früchte sind die Preisunterschiede für amerikanische Äpfel auf beiden Märkten verhältnismäßig gering, wenn sie nicht völlig verschwinden. Bei reinen Einfuhrwaren, wie Zucker und Reis, sind wesentliche Preisunterschiede überhaupt nicht vorhanden, das gleiche trifft auf Kerosin als wichtigsten Brennstoff des Haushaltes zu. Bei Speiseölen hingegen, die einen wichtigen Posten der Haushaltausgaben ausmachen, zeigt sich wieder das Bild, daß zwischen der qualitativ hochwertigeren Verbrauchsware des jüdischen Marktes und der geringerwertigen arabischen Verbrauchsware Preisdifferenzen bis annähernd 50% bestehen. Es ergibt sich daher grundsätzlich folgendes: Die relativ hohen jüdischen Lebenshaltungskosten, die trotz hoher Nominallöhne den Reallohn auf ein verhältnismäßig tiefes Niveau drücken, beruhen zum Teil auf dem an sich höheren Kostenniveau der jüdischen Wirtschaft, das sich vor allem bei verarbeiteten Produkten (z. B. Brot) auswirkt. Die Lebenskosten beruhen weiter auf der besseren Qualität der jüdischen Verbrauchsware und werden schließlich noch besonders gesteigert, wenn die zur Zeit noch außerordentlich teuren Produkte der jüdischen Rindvieh- und Geflügelwirtschaft in Betracht gezogen werden, bei denen gewissermaßen die höheren jüdischen Kosten zur besseren jüdischen Qualität noch hinzukommen. Ein gewisser Ausgleich wird durch die reinen Einfuhrwaren herbeigeführt, die unmittelbar in den Konsum übergehen und bei denen die jüdischen und arabischen Preise im allgemeinen keine starken Differenzen aufweisen. Die Lage des jüdischen Arbeiters, dessen verhältnismäßig hohe Nominallöhne mit keiner entsprechend hohen Kaufkraft verbunden sind, gestaltet sich sehr häufig dadurch weit ungünstiger, als es die Statistik zum Ausdruck bringt, daß seine Beschäftigung besonders in der Bauwirtschaft eine unregelmäßige ist. Sein Einkommen wird daher durch Verdienstausfälle bei Nichtbeschäftigung sehr häufig beträchtlich geschmälert. Die wirtschaftspolitische Aufgabe, die sich da aus dieser Situation für die Zukunft ergibt, besteht vor allem darin, die Kosten in der jüdischen Milch- und Geflügelwirtschaft im Laufe der Zeit nach Möglichkeit wesentlich herabzudrücken, was zweifellos nicht von heute auf morgen geschehen kann, wohl aber im Verlaufe einer längeren Entwicklungs- und Konsolidierungsperiode herbeizuführen sein dürfte.

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