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Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 567

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
Löhne und Preise
Date
1937-11-01
Page
Seite 567 (sequence 1)
Language
German
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WIRTSCHAFT* Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv, Löhne und Preise. Die für die Konkurrenzfähigkeit der jüdischen Agrar- und Industrieproduktion auf dem Inlandswie Auslandsmarkt so grundlegenden Lohn- und Preisprobleme werden durch eine Untersuchung des Statistischen Amtes über die jüdischen und arabischen Reallöhne in Palästina im Vergleich zu europäischen Ländern in außerordentlich interessanter Weise beleuchtet. Das Ergebnis dieser Untersuchung sei kurz dahin vorweggenommen, daß trotz den im Verhältnis zu den osteuropäischen und arabischen Löhnen hohen jüdischen Nominallöhnen sich nur ein verhältnismäßig niedriger jüdischer Reallohn ergibt. Die hohen jüdischen Lebenshaltungskosten heben die hohen Nominallöhne sehr weitgehend auf. Die Untersuchungsmethode des Statistischen Amtes beruht in Anlehnung an die Methoden des Internationalen Arbeitsamtes auf den Stundenlöhnen von sieben Arbeiterkategorien (Maurer, Zimmerleute, Anstreicher, ungelernte Bauarbeiter, Tischler, Schneider, Handsetzer), die mit der Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden zu Wochenlöhnen multipliziert werden. Aus den Preisen von 14 international als repräsentativ angesehenen Nahrungsmitteln werden durch Multiplikation mit der wöchentlichen Verbrauchsmenge eines Arbeiterhaushaltes die wöchentlichen Ernährungskosten errechnet. Die Division der Wochenlöhne durch die wöchentlichen Ernährungskosten ergibt dann den Reallohnindex. Aus dieser auf die verschiedenen Länder schematisch angewendeten Methode können sich natürlich keine exakten Ergebnisse, sondern nur Annäherungswerte ergeben. Die Untersuchung des Statistischen Amtes ergibt für Palästina im Vergleich zu sieben europäischen Ländern folgendes Bild (wobei das umfangreiche detaillierte Tabellenmaterial der Übersichtlichkeit wegen vom Verfasser durch Zusammenfassungen und Durchschnittsberechnungen stark zusammengezogen wurde): Nach dem Stand Stundenlöhne (Wöchentl. Ernährungskosten Reallohnvom Oktober 1936 Arbeitsstd.) index in Müs London in Müs London London 100 100 100 London .... 79,4 100 (46) 344,2 100 100 Stockholm . . . 70,7 90 (48) 366,6 107 90 Marseille . . . 51,4 65 (48) 373,4 108 63 Wien..... 47,4 60 (48) 374,3 109 58 Warschau . . . 34,9 44 (46) 221,2 64 68 Belgrad .... 29,5 37 (52) 270,7 79 52 Riga ..... 23,1 29 (46) 176,0 51 57 Palästina: Jüdische Arbeiter 49,2 62 (48) 352,4 102 64 Arabische Arbeiter 24,5 35 (54) 273,4 79 52 Eine auffallende Übereinstimmung besteht zwischen den Lohn- und Preisverhältnissen von Marseille, Wien und dem jüdischen Palästina: die Nominallöhne weichen nur m relativ engen Grenzen voneinander ab, die Ernährungskosten stimmen in ihrem hohen Stand ebenfalls weitgehend überein, so daß sich auch ähnliche Nominallöhne ergeben. Andererseits liegen die Nominallöhne von London und Stockholm weit über denjenigen von Marseille, Wien und dem jüdischen Palästina; London hat etwas niedrigere Lebenshaltungskosten als das jüdische Palästina und Stockholm annähernd so hohe

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