Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 11 (November 1937)
- Article
- Palästina als Schiffahrtsland
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 561 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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verkehr. Sein Schicksal wird letzten Endes in den Auswanderungsländern Europas entschieden. Die Schwierigkeiten der Personenschiffahrt liegen zunächst in den hohen Investitionen, welche erforderlich sind. Es müssen hochwertige Schiffe mit einer gewissen Mindestgeschwindigkeit eingestellt werden. Die Regiekosten sind hoch, die Besatzung ist groß und daher kostspielig, auf der Hauptroute nach Triest ist wenig Fracht zu erhalten. Dazu kommt vor allem, daß jede palästinensische Schiffahrtslinie mit den vom Auslande subventionierten, bestehenden Gesellschaften in Bezug auf Ausstattung, Schnelligkeit, Schiffsgröße, Verpflegung, in Konkurrenz treten muß. Es muß ferner ein mindestens wöchentlicher Dienst eingerichtet werden, welcher zwei Schiffe erfordert. Demnach können nur Gesellschaften, welche finanziell gut fundiert und sachkundig geleitet werden, eine Aussicht auf Erfolg haben. Das Wesentliche aber bleibt die Frage, ob es möglich sein würde, einen Ratenkampf im Passagierverkehr zu vermeiden oder durchzuhalten. Das erstere würde eine frühzeitige Verständigung mit der ausländischen Konkurrenz und das andere eine finanzielle Fundierung erfordern, welche das Aushalten trotz großer Verluste auf lange Zeit ermöglichen würde. Aber auch die Verständigung wäre nur dann möglich, wenn das Ausland wüßte, daß die Gesellschaft nötigenfalls durchhalten kann. Es ergibt sich hieraus, daß eine jüdische Personenschiffahrt eine ganz großkapitalistische Angelegenheit sein muß, die außerdem auf die tätige Mithilfe und Unterstützung der zionistischen Leitung mit Sicherheit rechnen müßte. Aussichtsvoll sind zweifellos die Nebenbetriebe der Schiffahrt, insbesonders der Leichterbetrieb in Haifa und Tel Aviv, ferner der Bau von Booten und Leichtern und endlich die Fischerei, deren Anfänge wir bereits sehen und deren Entwicklung dazu beitragen würde, uns von der Fischeinfuhr, die heute noch sehr beträchtlich ist, unabhängig zu machen. Wenn in diesem Zusammenhange auf die Frage der Häfen nicht eingegangen wTird, so liegt das daran, daß diese eine Sonderbehandlung erfordern. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Palästina gewisse Möglichkeiten für die Schiffahrt bietet, weiche vorsichtig und mit genügenden Mitteln ausgebaut, zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor werden könnten. Diese Anfänge und ihre Entwicklung bedürfen allseitiger Unterstützung und Förderung, dann können hier neue Arbeitsplätze geschaffen werden, deren Zahl nicht unterschätzt werden darf. Hüten müssen wir uns jedoch vor uferlosen Plänen und vor der manchmal auftauchenden Idee, daß Initiative wichtiger sei als Sachkunde. Rundschau POLITIK. 20 Jahre Balfour-Deklaration, Von a. b* Am 2. November 1917, vor zwanzig Jahren, wurde die Balfour-Deklaration erlassen — zwanzig Jahre nach dem ersten Zionistenkongreß. Als unparteiisches Zeugnis über Motive und Absichten, die für Großbritannien mit dieser Deklaration verbunden waren, kann der Peel-Bericht gelten, ein Dokument, das von englischen Staatsmännern auf Grund strengster Wahrheitsforschung abgefaßt worden ist. Über die ersteren wiederholt der Bericht die bekannte Tatsache, daß Großbritannien, nachdem es der zionistischen Idee schon sehr lange seine Sympathien erwiesen hatte, mit Er-