Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 559

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
Ergebnisse der Zählung der Arbeiterschaft
Date
1937-11-01
Page
Seite 559 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379964-2412754--26207-2412936
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

welche Veränderungen unter den jüdischen Mädchen der letzten Generation vorgegangen ist. Palästina als Schiffahrtsland1 Von Dr. Sebba, Tel Aviv. Seitdem in der jüdischen Bevölkerung Palästinas das Interesse für Schiffahrt erwacht ist, beschäftigt sich auch die Öffentlichkeit und die Presse mit den Problemen, welche sich bei Gründung einer Schiffahrt ergeben. Indessen fehlt es bis heute noch an jener grundsätzlichen Betrachtungsweise, welche allein in der Lage ist, zu einer objektiven Beurteilung der Aussichten palästinensischer Schiffahrt zu führen. Gelegentliche Zahlen und primitive Statistik können kein Bild der schiffahrtspolitischen Situation geben. Die Möglichkeiten für einen aktiven, das heißt von Palästina ausgehenden Schiffsverkehr sind von sehr vielen Faktoren abhängig, deren Analyse geboten ist, wenn man planmäßig vorgehen will, um die Schiffahrt aufzubauen. Das Rückgrat des Schiffahrtsverkehrs aller Länder ist die Großschiffahrt mit Gütern, deren Maß abhängig ist von dem Güterbedarf des Landes und seiner Exportfähigkeit. In Palästina ist der Einfuhrbedarf besonders der jüdischen Bevölkerung ungewöhnlich groß, wreil wir uns eben im Stadium des Aufbaus befinden, mit den erforderlichen Rohstoffen von der Natur nicht bedacht worden sind und endlich die heimische Industrie sich erst auf wenige Zweige der Güterproduktion erstreckt. Darum ist auch die Industrieausfuhr noch sehr klein und nicht ausreichend, um die Schiffe voll zu laden, welche die Einfuhrwaren herbringen. Eine Besonderheit bildet die Ausfuhr von Zitrusfrüchten, welche saisonmäßig begrenzt und überwiegend von Spezialschiffen besonders der nordischen Länder bewerkstelligt wird. Mengenmäßig ist der Gesamtexport nur etwa ein Fünftel des gesamten Güterumschlages. Daher liegt die größte Schwierigkeit einer heimischen Großschiffahrt in der mangelnden Rückfracht. Dieser Zweig der Schiffahrt liegt vollständig in den Händen des Auslandes, mit anderen Worten, wir haben nur eine passive aber keine aktive Großschiffahrt und dies wird sich voraussichtlich nicht so bald ändern. Die palästinensische Schiffahrt hat sich aus diesen Erwägungen in erster Reihe der Küstenfahrt an der ägyptischen, palästinensischen, syrischen und türkischen Küste, zugewendet. Hier ist zunächst die Möglichkeit gegeben, den Zubringer- und Verteilungsdienst nach Knotenpunkten des Weltverkehrs, Port Said und Alexandria und den kleinen Küstenverkehr zwischen den einzelnen Häfen der östlichen Mittelmeerküste, mit gelegentlicher Erweiterung bis zum Schwarzen Meer zu übernehmen. Hier werden hauptsächlich Stückgüter Vieh, Hölzer und Massengüter verfrachtet. Betrachten wir allerdings die Aufteilung der anfallenden Gütermengen, so werden wir verstehen, daß auch die Küstenfahrt hier unter großen Schwierigkeiten arbeitet. Trotzdem nämlich Palästina an einer Nebenroute des Verkehrs liegt, wird doch ein großer Teil des Küsten-Frachtverkehrs von der Großschiffahrt aufgenommen, welche sich hier in einen Betätigungskreis hineindrängt, der ihn an sich nicht zukommt. Palästina ist sozusagen eine Endstation des großen Europäischen Küstenverkehrs, welcher sich bis zum Suezkanal erstreckt. Denn der Suezkanal ist nicht nur die Verbindung zweier Meere, sondern auch infolge der hohen Kanalabgaben ein Trennungsstrich zwischen zwei 1 Wir entnehmen diesen Aufsatz dem ersten Septemberheft der »Mitteilungen der Hitachduth Olej Germania«, Tel Aviv.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.