Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1937)
- Article
- Neuer Terror : Ermordung des Distriktsgouverneurs Mr. Andrews [Nachricht]
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 523 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Im Zusammenhang mit den Mordtaten an Arabern, in der Nähe von Kerkur und Tel Aviv, hat die Polizei 35 Revisionisten verhaftet und einige für ein Jahr ins Konzentrationslager von Akko verbannt. Der Waad Leumi und der Oberste Arabische Ausschuß haben Aufrufe erlassen, die die Morde verurteilen und zur Mäßigung aufrufen. Zu gleicher Zeit aber werden in den Moscheen Aufrufe Fasi el Koakdschis zur Fortsetzung des Terrors und Bandenkrieges angeschlagen und Waffen und Söldner in Syrien und dem Irak geworben. Die Aktion der Regierung« Am 1. Oktober veröffentlichte die Regierung folgende Erklärung: »Die Regierung Palästinas ist schwer betroffen durch das Bestehen einer organisierten Terror- und Mordkampagne, die gegen Einzelpersonen im Lande gerichtet ist. Im Verlaufe der letzten vier Monate hat diese Kampagne immer intensivere Formen angenommen. Die Maßnahmen der Regierung sind die unmittelbare Folge dieser Kampagne. Am 13. Juli dieses Jahres wurde auf den Generalinspektor der Palästina-Polizei, Oberst A. P. Spicer, ein Attentat verübt. Später kam es zu einer Anzahl von Morden an Arabern und Juden. Ihren Höhepunkt hat diese Kampagne am 26. September mii dem Mord erreicht, der an Lewis Andrews, dem Distriktskommissär von Galiläa und dem britischen Polizisten, P. R. Mc. Ewan, begangen worden ist. Der die Regierung leitende Beamte (derzeit Chef Sekretär Battershill — Die Red.) hält es deshalb für notwendig, gegen die Personen vorzugehen, deren Tätigkeit gegen die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung gerichtet ist und die als die an dieser Terror- und Mordkampagne Schuldtragenden anzusehen sind. Auf Grund der Vollmachten, die der die Regierung leitende Beamte gemäß der Palestine (Defence) Order in Council vom Jahre 1937 besitzt, werden der Oberste Arabische Ausschuß und alle örtlichen Arabischen Komitees für illegal erklärt. Es sind Haftbefehle qegen folgende Personen, die aus dem Lande deportiert werden sollen, erlassen: Dschemal ei Hussein i, Achmed Hilmi Pascha, Fuad Effendi Saba, Jakub Effendi Ghussein, Dr. Hussein Fakhri e 1 K h a 1 d i. Außerdem wird Hadsch Emin el Husseini seiner Ämter im Obersten Moslemischen Rat und als Mitglied des Wakf Hauptkomitees, dessen Vorsitzender er ist, enthoben.« Die Verhafteten wurden auf einem englischen Kreuzer nach den Seyschellen, einer Inselgruppe im Indischen Ozean gebracht. Von den Verhafteten sind: Achmed Hilmi Pascha, der Leiter der Arabischen Bank, der im Verdacht steht, religiöse Gelder den Terroristen zur Verfügung gestellt zu haben, Fuad Saba, Sekretär des Obersten Moslemischen Ausschusses, Jakub Ghussein, Führer der arabischen Jugendverbände und Dr. Hussein Khaldi, Bürgermeister von Jerusalem. Dschemal el Husseini, der Führer der Muftipartei, ist nach Bagdad entflohen. Die britischen Truppen wurden durch ein Infanteriebataillon verstärkt. Um die Wiederwahl des Mufti zum Vorsitzenden des Obersten Moslemischen Rates zu verhindern, wurde er durch Verordnung für nicht wieder wählbar erklärt. Dieser hält sich in der Omar-Moschee eingeschlossen. Über die palästinensische Presse ist die Zensur verhängt worden. Dennoch ist es seither zu Terrorakten in Haifa gekommen, wo ein gemäßigter Araber erschossen wurde. Die Ölleitung Mossul—Haifa wurde bei Dschisr Madschamea beschädigt. Der Mufti, Hadsch Emin el Husseini, wurde bekanntlich 1921 von Samuel zum Mufti lanciert und als Präsident des Obersten Moslemischen Rates eingesetzt. Als