Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1937)
- Article
- Halbjahresbilanz der Wirtschaftslage
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 513 (sequence 3)
- Language
- German
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Der erhöhte Export hat immerhin bewirkt, daß das Handelsbilanzdefizit eine deutlich sichtbare sinkende Tendenz angenommen und sich in den ersten sieben Monaten 1937 (einschließlich der Importe der Regierung, Militärverwaltung, IPC und anderer öffentlicher und privilegierter Institutionen wie des Importes von Einwanderergut) auf rund 5 Millionen £P reduziert hat. Es macht damit nur noch 53,3% des Importes aus gegenüber 67,5% in den beiden vorhergehenden Jahren. Infolge des sehr stark reduzierten Kapitalimportes stellt der zahlungsbilanzmäßige Ausgleich des Handelsbilanzdefizites in diesem Jahr aber eine stärkere Belastung als in den vorhergehenden Jahren dar. Öffentliche Finanzen, Bankdepositen und -kredite. Ähnlich wie in den Außenhandelsumsätzen spiegelt sich die Depression auch in den öffentlichen Finanzen nicht in dem Maße wieder, wie das eigentlich zu erwarten wäre. Im ersten Drittel des Finanzjahres (April/Juli 1937/38) weisen die Regierungseinnahmen und -ausgaben im Vergleich zu beiden vorhergehenden Jahren folgendes Bild auf: April/Juli 1937 April/Juli 1936 April/Juli 1935 In £ P Zolleinnahmen . . . . . 703.000 557.000 1,000.000 Andere Einnahmen . . . . 935.000 795.000 1,067.000 Einnahmen insgesamt . . . 1,638.000 1,353.000 2,067.000 Ausgaben insgesamt . . 1,471.000 1,208.000 1,073.000 Einnahmeüberschuß . . 167.000 144.000 994.000 Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Regierungseinnahmen um 21% erhöht, gegenüber 1935 um 20% vermindert. Der Einnahmerückgang gegenüber den Prosperitätsmonaten April/Juli 1935 ergibt sich zum weitaus größten Teil aus verminderten Zolleinnahmen, die über den Importrückgang hinausgehen, da eine Verschiebung des Importes von höher verzollbaren industriellen Fertigwaren zu niedriger verzollbaren Lebensmitteln stattgefunden hat. Sämtliche übrigen Einnahmekategorien haben sich nur sehr wenig verringert, die Landregistrierungsgebühr ist im Zusammenhang mit den verringerten Bodenumsätzen zurückgegangen, andere Einnahmequellen haben sich sogar erhöht. Bemerkenswert ist die ununterbrochene Steigerung der Ausgaben, die im April/Juli 1937 um 37% über denjenigen der entsprechenden Monate des Jahres 1935 liegen. Diese Ausgabensteigerung ist zum größten Teil auf die erhöhten Etats für Polizei und Verteidigung zurückzuführen, daneben haben sich die Ausgaben für fast alle übrigen Zwecke etwas erhöht. Der Rückgang der Einnahmen in Verbindung mit den erhöhten Ausgaben hat den Einnahmeüberschuß von fast 1 Million £P im April/Juli 1935 auf 167.000 £P in den entsprechenden Monaten dieses Jahres reduziert. Für die Stabilität der Regierungsfinanzen ist es aber bezeichnend, daß selbst in diesem Jahre noch ein Einnahmeüberschuß verblieben ist. Nach dem Voranschlag für das gesamte Finanzjahr 1937/38, den die Regierung soeben vorlegte, wird die Gesamteinnahme für das Finanzjahr 1937/38 auf 5,015.000 £P geschätzt, gegenüber einer Ist-Einnahme 1936/37 von 4,641.000 £P und 5,770.000 £P im Finanzjahr 1935/36. Die finanziellen Ergebnisse der ersten vier Monate dieses Jahres bestätigen diesen Voranschlag sehr weitgehend. Andererseits werden die Ausgaben für 1937/38 auf 5,077.000 £P geschätzt, so daß sich ein kleines Defizit von 62.000 £P ergibt. Da aber die Ausgaben erfahrungsgemäß die Tendenzen haben, hinter den Schätzungen zurückzubleiben und die Einnahmen sich eventuell etwas höher als