Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Das Strandprojekt für Tel Aviv
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 434 (sequence 5)
- Language
- German
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infolge des Grünblatt-Projektes manche Platz- und Hausbesitzer, die sich sonst die jetzt billigeren Arbeitskräfte im Bauwesen zunutze machen würden, von der Inangriffnahme von Um- und Ausbauten Abstand nehmen. Das ist der augenblickliche Stand dieser Angelegenheit. Und nun noch ein Schlußwort des Verfassers: Das großzügige Projekt in allen Ehren! Aber ich glaube nicht, daß auch der glühendste Verfechter des Planes die jetzige Zeit der politischen Krise für Palästina als sehr geeignet zur Inangriffnahme eines solchen Projektes betrachten. Es ist doch schließlich ein Unterschied, ob jetzt der Neubau eines Hauses oder ein das ganze Gefüge einer Stadt veränderndes Bauprojekt begonnen wird. Daß die treibende Kraft dabei zurzeit die Stadtverwaltung ist, erscheint durchaus verständlich, da sie nach dem Vertragsabschluß der weiteren Verantwortung über den jetzt im argen liegenden Strand und der Sorge um viele Arbeitslose enthoben ist. Aber »caveant consules«! Es kann ein noch ungünstigerer Zustand eintreten, wenn nämlich — und das ist die große Gefahr — die Ausführung in den Anfängen oder mitten in der Arbeit stecken bleibt. So segensreich sich für die betreffenden Städte und für zukünftige Geschlechter große und kühne Stadtbauveränderungen mit Abbruch alter Viertel und mit Straßendürchbrüchen erwiesen haben, wie in London, Paris (Haußmann), Brüssel, so gibt es auch in den Stadtbaugeschichten zahlreiche Fälle, wo nach Inangriffnahme großer Projekte diese aus finanziellen Schwierigkeiten oder wegen innerer Zwistigkeiten steckenblieben und jahrelang einem Stadtbild einen häßlichen Stempel aufdrückten. Und eine solche gewaltsame Unterbrechung würde sich im vorliegenden Fall besonders katastrophal gestalten, weil es sich hier in der Tat um das schönste und wertvollste Viertel von Tel Aviv handelt. Zur Frage der Bewässerung Über diese Frage erschienen kürzlich einige Arbeiten. Die vorzügliche neue Zeitschrift »Palestine and Middle East« widmet ihr den Hauptteil ihrer Juli-Nummer. Dr. Granovsky schreibt darin über »W a s s e r p o 1 i t i k«. Er bespricht die Wasserquellen, den Regenfall, die wenigen kontinuierlichen Wasserläufe (Jordan, Jarkon, Zerka, Rubin und Falik), die ungefähr 48.530 m3 Wasser per Stunde führen (abgesehen vom Naamen, dessen 5400 m3 per Stunde salzhaltig sind), ferner die Quellen, die süßes Wasser im Ausmaß von ungefähr 33.980 m3 und salziges Wasser von 18.360 m3 per Stunde zu liefern in der Lage sind. Seit 1926 wird eine stark erhöhte Tätigkeit im Erbohren von Wasser entwickelt. Es wurden seither 388 Brunnen angelegt, davon 372 von Juden. Gegenwärtig beträgt die Bewässerte Fläche: Zitrus........ 298.636 Dunam Andere Gewächse .... 25.900 Dunam Zusammen . . . 324.536 Dunam Notwendig wäre (wie in dieser Zeitschrift des öfteren ausgeführt wurde) die Führung einer Wasserpolitik. Zunächst müßte eine systematische Untersuchung aller Wasservorkommen des Landes stattfinden, die ein zentrales Wasseramt unter Mithilfe aller Fachleute und daran interessierten Körperschaften zu führen hätte. Eine Wassergesetzgebung müßte für ein Höchstmaß produktiver Verwendung und gerechter Verteilung, für Vermeidung von Verschwendung usw. sorgen.