Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Die Haifa-Bay Development Company vor neuen Aufgaben
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 427 (sequence 2)
- Language
- German
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hatte die Gesellschaft die Entsumpfung des Landes, den Bau einer fahrbaren Straße, sowie die Wasserversorgung bis an die Front jeder verkauften Parzelle auszuführen. Ein großer Teil der Käufer war jedoch mit seinen Zahlungsverpflichtungen infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Depression der Jahre 1925/27 sowie wegen des entstandenen Mißtrauens gegen die Bonität der Gesellschaft stark im Rückstände. Bei dem Mangel an entsprechenden eigenen Mitteln war die Gesellschaft nicht imstande, ihren Aufschließungsverpflichtungen in genügend raschem Tempo nachzukommen, und diese Tatsache wirkte begreiflicherweise wieder auf die Zahlungswilligkeit der Käufer zurück. Trotzdem gelang es der neuen Verwaltung in jahrelanger, zäher und mühevoller Arbeit die notwendige Ordnung herzustellen. Die Vermessung und Parzellierung verschiedener Gebiete wurde durchgeführt, die Aufschließung vollendet, die Verrechnung mit der Mehrheit der Käufer bereinigt und die Übertragung der Böden begonnen. Diese Bemühungen wurden durch die Änderung der wirtschaftlichen Lage erleichtert, die 1932 eintrat. Sie äußerte sich nicht nur in einer starken Nachfrage nach den noch unverkauften Parzellen, sondern auch im Erscheinen jenes Restes der alten Käufer, die sich den bisherigen Bemühungen der Gesellschaft gegenüber unzugänglich gezeigt hatten und die jetzt erschienen, um die Ausfölgung der Böden zu verlangen. Es würde zu weit führen, hier über die Schwierigkeiten zu berichten, die sich einem gerechten Ausgleich mit den vielen Hunderten Inhabern dieser alten Kaufverträge entgegenstellen. Es genügt vielleicht festzustellen, daß von wenigen Ausnahmen abgesehen, heute alle diese alten Verträge auf Grund neuer freundschaftlicher gegenseitiger Übereinkommen abgewickelt worden sind. In Erfüllung dieser vertraglichen Verpflichtungen hat die Gesellschaft bis heute ausgeführt: Drainagearbeiten in der Höhe von zirka . . . 61.000 £P Asphaltstraßen in der Höhe von zirka . . . 31.500 £P Wasserwerke und Rohrnetze im Werte von zirka 10.400 £P Und nun stand die Leitung der Gesellschaft vor der Frage, ob sie die Böden und ihre Besitzer sich selbst überlassen, oder in die weitere Entwicklung eingreifen sollte. Zunächst handelt es sich vor allem um die Instandhaltung der öffentlichen Anlagen, welche mit der Übergabe des Bodens in das kollektive Eigentum der Käufer jedes einzelnen Teilgebietes übergehen, und von ihnen verwaltet werden sollten. Zu diesem Zwecke waren die Käufer in den Kaufverträgen verpflichtet worden, für jedes Teilgebiet eine Genossenschaft zu bilden. Falls diese Körperschaften nicht Zustandekommen sollten, hatte die Gesellschaft die Verpflichtung übernommen, selbst für die Verwaltung und Instandhaltung zu sorgen — natürlich unter verhältnismäßiger Verteilung der Kosten auf die Bodenbesitzer. Diese Verpflichtung der Gesellschaft ist auch tatsächlich eingetreten, weil trotz aller Bemühungen die Verwaltungsgenossenschaften nicht zustande gekommen sind. Das ist allerdings begreiflich, wenn man bedenkt, daß die Sodenbesitzer in allen Ländern der Welt zerstreut sind. Es kommt nicht selten vor, daß die Besitzer von drei nebeneinander liegenden Parzellen in drei verschiedenen Staaten wohnen; und da in manchen Teilen des Gebietes die Straßen und Wasserleitungen immerhin schon drei jähre alt sind, so würde bei Unterlassung der Instandhaltung die ernste Gefahr entstehen, daß die großen Ausgaben der Gesellschaft wieder verloren gehen und die Käufer einen schweren Schaden erleiden. Aber auch abgesehen davon erhebt sich die Frage, in welcher Weise diese Gebiete, die nun seit zwölf Jahren brach liegen, zum Leben erweckt werden sollten. Bis jetzt hat sich die Siedlungstätigkeit im Emek Zebuion (Haifa-Bay) nahezu ausschließlich auf KKL-Boden abgespielt. Dort sind im Laufe der letzten Jahre die Siedlungen Kirjath Chaim, Kirjath Motzkin und Kirjath Bialik mit zusammen rund 1500