Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 409 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die gesamten Nebenauslagen samt Geldbeschaffungskosten müssen mit 0,800 bis 0,900 £P per Quadratmeter Bau (erfahrungsgemäß) berechnet werden1, so daß das Zweizimjmerhaus auf 390 £P und das Dreizimmerhaus auf 480 £P kommt. Dem Bodenpreis hinzugefügt erhält man bei einem Pikpreis von 1,500 £P Gesamtkosten von 525, bzw. 650 £P. Selbst unter der Voraussetzung einer 70%igen langfristigen Belehrung verbleibt ein notwendiger Barbetrag von 160, bzw. 200 £P. (In den Schikun- Genossenschaftshäusera noch etwas höher.) Mit steigenden Bodenpreisen steigt dieser Barbetrag, die Hypotheken bleiben aber unverändert. Aber selbst bei völligem Abzug der Bodenpreise (KKL-Boden) ist auf dieser Grundlage für die ärmere Bevölkerung eine Wohnung unerreichbar. Immerhin ist die Frage billiger Bodenparzellen zuerst zu lösen, sonst könnte bei den heutigen städtischen Bodenpreisen ein Versuch in dieser Richtung aussichtslos sein. Deshalb wäre die wiederholt gegebene Anregung auf Verwertung der heute mit Baracken und Elendswohnungen bebauten Gebiete (wie Neweh-Schanan usw.), ebenso wie die Gewinnung von Regierungsboden von großer Bedeutung und schließlich kommt für diese Bauten auch der vorstädtische Sied'lungsboden wegen des relativ niedrigen Preises der Böden in Betracht. Alierdings müßte auch bei Vorhandensein geeigneter städtischer oder vorstädtischer Bodenflächen ein anderer Weg gegangen werden. Zunächst müssen die Baukosten auf das erreichbare Minimum herabgedrückt werden. Einerseits durch Wahl einer einfachen Type von Mietwohnungen unter Vermeidung jedes überflüssigen Luxus, andererseits durch eine gut durchdachte, wirtschaftliche Ausführung und schließlich durch die größtmögliche Sparsamkeit bei Nebenkosten und Spesen. Alle diese Fragen tauchen in gleicher Form beim Siedlungshaus wieder auf und werden in einem späteren Abschnitt eingehender behandelt. Hier sei nur daran erinnert, daß im Zuge eines Idealwettbewerbes des Schikun Großhausprojekte mit Zweizimmerwohnungen um 235 £P und Dreizimmerwohnungen um 275 £P ausgearbeitet wurden. Die damals angenommenen Einheitspreise der Kalkulation sind heute niedriger geworden. Mit diesen Baukosten kommt man aber nach Zuschlag des Preises vorstädtischen Bodens und den Nebenkosten auf zirka 330, bzw. 390 £P, also auf senr brauchbare und reale Grundlagen einer gemeinnützigen Wohnbautätigkeit. Auf ähnlicher Grundlage scheinen die mir bei Abschluß dieser Untersuchung bekanntgewordenen neuen Ansiedlungsprojekte des Schikun im Darom Tel Aviv aufgebaut. Der Preis der Wohnungen ist noch etwas zu hoch (Zweizimmerwohnung 375 £P). Die Finanzierung, die auf einer außergewöhnlich hohen Belehnung aufgebaut ist (über 75% der Gesamtkosten2), fordert vom Siedler eine Beitragsleistung von 86 £P, wovon er 36 £P in Form von Arbeitsleistung durch 6 Monate (in welcher Zeit er nur den 1 Nebenkosten eines städtischen Normalhauses (per Quadratmeter Bau gerechnet): 1. Architektenhonorar bei Großbau 4%....... 0,200 2. Städtische Abgaben und Wassergebühren..... 0,085 3. Umzäunung .........,..... 0,060 4. Gartenanlage . ........., . . . . 0,050 5. Trottoir und Wege............. 0,040 6. Bauliche Nebenausgaben........... 0,040 7. Elektrische Zuleitung............. 0,060 8. Geldbeschaffungskosten, Eintragung ....... 0,200 9. Diverse Unkosten.............. 0,095 0,830 2 Vermutlich wird ein Teil von einem Sonderfonds (Arbeitslosenfonds) gedeckt.