Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1937)
- Article
- Der Siedlungsbau als Teillösung des städtischen Wohnproblemes
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 405 (sequence 2)
- Language
- German
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der Zahl der in Elendswohnungen und Baracken untergebrachten Menschen auf yj £\ K zirka 20.000 Zimmer im ganzen Land. Der überwiegende Teil hie von entfällt auf die drei großen Städte. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Teil der Neueinwanderer, deren Wohnungsbedarf durch den Bau neuer Wohnungen nicht vollständig gedeckt wird. Er schätzt ferner den Prozentsatz, der im Untermietverhältnis wohnenden Bevölkerung auf 20% der städtischen Gesamtbevölkerung, und zwar sind es sowohl Einzelpersonen, als auch Paare und Familien, die gezwungen sind, sich mit einem Zimmer zu begnügen. 2. Zimmerbelag: Der von Naphtali ermittelte durchschnittliche Wöhnungsbelag ergab pro Zimmer 2,13 Personen in Haifa und 2,02 Personen in Tel Aviv. Diese Ziffern täuschen aber über die wahre Situation, da die großen Wohnungen weniger stark belegt sind. Wenn man nur die Einzimmerbewohner zählt, so lauten die entsprechenden Ziffern 3,15, bzw. 3,24, aber der Belag eines Zimmers steigt in gewissen Gebieten (Keren Hatemanim, Neweh-Schalom, Neweh-Schanan) bis auf 6 pro Zimmer und in Einzelfällen sogar auf 7 bis 10 Personen. 3. Mietzinse: Der Durchschnitt der Mietzinse ergab im Jahre 1934 in Tel Aviv pro Zimmer 2,200 £P monatlich; er ist in der folgenden Zeit gestiegen uttd in den letzten Monaten wieder etwas gefallen. Man muß heute in Tel Aviv je nach Lage und Ausstattung. Der Normalfall ist 2 bis 2,5 £ pro Monat. Einzimmerwohnung Zweizimmerwohnung Dreizimmerwohnung Zentrales Stadtgebiet 3,5 bis 4,5 6,0 bis 7,0 8,0 bis 9,0 Zentrumnahe Gebiete 3,0 bis 3,5 5,0 bis 5,5 7,0 bis 7,5 Am Stadtrand . . 3,0 bis 3,5 4,5 bis 5,0 5,5 bis 7,0 In Untermiete kosten Zimmer im Durchschnitt von 1,750 bis 3,000 £P, je nach Lage und Ausstattung. Der Normalfall ist 2 bis 2,5 £ pro Monat. 4. Einkommensverhältnisse: (Bei voller Beschäftigung, auf Monatseinkommen umgerechnet) In £P: Ungelernter Bauarbeiter........ 9,00 Fabrik-Hilfsarbeiter .........6,00 bis 9,00 Fabrik-Facharbeiter .........8,00 „ 12,00 Bau-Facharbeiter ..........15,00 „ 22,00 Elektrotechniker...........8,00 „ 10,00 Tischler, Schlosser..........7,00 „ 9,00 Verkäufer.............5,00 „ 8,00 Kaufmännische Angestelite, untere .... 5,00 „ 8,00 Kaufmännische Angestellte, mittlere .... 9,00 „ 15,00 Kaufmännische Angestellte, hohe Beamte . . 15,00 „ 25,00 Ärzte der Kupath Cholim........12,00 „ 20,00 Ingenieure, Techniker, angestellt.....6,00 „ 15,00 Ingenieure (Bauleiter und Selbständige) . . 15,00 „ 25,00 Lehrer und städtische Angestellte.....8,00 „ 18,00 Dies sind Durchschnittszahlen, geben aber das Bild einer Zeit guten Verdienstes. Bei einem Rückgang der Konjunktur sinken diese Ziffern infolge Lohndruck und Mangel an ständiger Beschäftigung. Die Frauenarbeit ist im allgemeinen schlechter bezahlt. Die Kaufleute, bei denen solche Ziffern schwerer zu erfassen sind, sind sicherlich nicht besser gestellt. Die angeführten Ziffern lassen leicht erkennen, daß das Einkommen in keinem vernünftigen Verhältnis zur Miete steht und daß ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung und des Mittelstandes gezwungen ist, seine Wöhnungsansprüche weitgehend herabzudrücken. Aus den Ziffern der Einkommensverhältnisse und der Mietpreise folgen beinahe zwangsläufig die des Zimmerbelages und des Wohnungsbedarfes. Dabei ist der Standard der städtischen Wohnungen in den letzten Jahren dauernd gestiegen und hat — unabhängig von seinen Bewohnern betrachtet — ein auch für europäische Verhältnisse ansehnliches Niveau erreicht. Aber diese bis zum Luxus gesteigerten Wöhnungsausstattungen haben naturgemäß mit dem erhöhten Kapitalaufwand auch dessen höhere Verzinsung in Form höherer Mieten zur Folge gehabt und eine weitere Erschwerung für den Mieter herbeigeführt.