Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1937)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv.
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 370 (sequence 5)
- Language
- German
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Mentioned entities
- Tiberias 2× ep/1048138
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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3. Die Subventionsleistungen an den arabischen Staat, in bisher allerdings noch nicht festgesetzter Höhe, stellen eine Belastung des jüdischen Budgets dar, das durch die staatlichen und wirtschaftlichen Aufbauaufgaben auf das äußerste beansprucht sein wird. Gegenüber dem bisherigen Zustand ist die Schaffung von auf absehbare Zeit stabilen und geklärten Verhältnissen positiv zu bewerten, ferner die Erkenntnis der Königlichen Kommission von der Unhaltbarkeit des Artikel 18 des bisherigen Mandatsstatutes (auch im Falle der Aufrechterhaltung des Status quo) und der Notwendigkeit einer Schutzzollpolitik. In dieser Beziehung stellt der Bericht der Königlichen Kommission eine Desavouierung der Mandatsregierung dar, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Es ist weiter positiv zu bewerten, daß mit der Bildung eines jüdischen Staates mit Finanzhoheit die öffentlichen Finanzquellen der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zugeführt werden können, der sie bisher durch die Mandatsregierung konsequent entzogen wurden. Das sind im Augenblick die wichtigsten Punkte. Über eine Reihe von Finanz- und Währungsproblemen besteht noch keine hinreichende Klarheit. Das Gebiet des jüdischen Staates, das im wesentlichen das Galil, einen Teil des oberen Jordantales, das Emek, Karmelgebiet mit der Haifa-Bay und die Küstenebene bis hinunter nach Beer Tuwia mit den Städten Haifa, Tel Aviv, Tiberias und Safed umfaßt, dürfte einen Flächenumfang von etwa 6000 km2 haben. Bei intensiver und systematischer Ausnutzung der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklungsmöglichkeiten ist seine Bevölkerungskapäzität auf 1 bis Millionen Menschen zu schätzen. Während der Dauer der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Gebietes, die einen Zeitraum von ein bis zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen dürfte, kann der jüdische Staat eine Prosperitätsperiode durchmachen — dann sind die Grenzen seiner wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten aber auch erreicht. Nachrichten und Daten f ggTam POLITIK. Die Mandatskommission* Die Mandatskommission des Völkerbundes hat beschlossen, für den 30. Juli eine außerordentliche Tagung zur Behandlung der Palästinafrage einzuberufen. Der Bericht an die Mandatskommission« Der von der Regierung am 24. Juni veröffentlichte Bericht an die Ständige Mandatskommission über das Jahr 1936 ist nach Mitteilungen der hebräischen Presse durchaus partensch für die Aufständischen abgefaßt. Der Tenor des Berichtes geht dahin, die jüdische Einwanderung und die Hältung der Juden im allgemeinen für die Unruhen verantwortlich zu machen. Die tatsächliche Reihenfolge der Ereignisse wird nicht richtig wiedergegeben und einige Morde, die den Arabern besonders schaden könnten, wie der an den beiden Krankenschwestern in Jaffa, oder der an jüdischen Kindern in Tel Aviv und Tiberias überhaupt unterdrückt. Dieser Bericht hat das Mißtrauen der Juden gegen die Regierung und Beamtenschaft neuerlich verstärkt. Anschlag auf den Chef der Polizei« Am 13. Juni wurde auf den Chef der Polizei, Oberst R. G. B. Spicer, als er in seinem Dienstauto nach dem Amte fuhr, ein Revolveranschlag verübt. Es wurden von drei Arabern fünf Schüsse auf den Polizeichef abgegeben, die jedoch bloß seinen Chauffeur schwer verwundeten.