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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 369

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Wirtschaft. Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv.
Date
1937-07-01
Page
Seite 369 (sequence 4)
Language
German
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ausgegebener Anteilscheine, die mindestens zur Hälfte eingezahlt sein müssen, erreicht sein. Das Gesetz wird die Zusammenlegung oder Auflösung einer Reihe von Kleinbanken zur Folge haben. Diese Tendenz des Gesetzes wird noch dadurch verstärkt, daß ab 1938 die in Palästina arbeitenden Banken an die Regierung eine jährliche Gebühr von 100 £P entrichten müssen. Die Regierung befaßt sich mit der Vorbereitung eines Bausparkassengesetzes. Die Lage der Landwirtschaft« Nach der großen Zitrusernte bringt die Landwirtschaft auch in den übrigen Produktionszweigen eine außerordentlich günstige Ernte ein. Die Weizenernte ist quantitativ und qualitativ ausgezeichnet ausgefallen, auch die Gerstenernte ist eine sehr gute, so daß in den Sommermonaten mit einem Export gerechnet werden kann. Lediglich die Hülsenfruchternte bleibt hinter den Erwartungen zurück. Was die Sommerfrüchte anbetrifft, so bieten Durra und Sesam ebenfalls außerordentlich günstige Aussichten. Wie bereits in anderem Zusammenhang erwähnt wurde, ist auch die Gemüseernte sehr groß ausgefallen. Das Angebot an den verschiedenen Gemüsearten ist auf allen Märkten außerordentlich umfangreich, so daß sich die Preise gesenkt haben. Für dieses Jahr wird auch mit einer großen Tabak- und Olivenernte gerechnet. Infolge der diesjährigen günstigen Ernte wird sich der Bedarf an eingeführten Nahrungsmitteln beträchtlich verringern, was im Interesse der Zahlungsbilanz sehr zu begrüßen ist. Die erhöhten Ernteerträge führen allerdings nicht zu einer entsprechenden Steigerung der landwirtschaftlichen Einnahmen, da sie naturgemäß mit Preisrückgängen verbunden sind. In Kreisen der jüdischen Landwirtschaft wird über die ungünstige Preisentwicklung für die gemischtwirtschaftlichen Produkte bereits stark geklagt. Dieser Preisrückgang ist gegenüber dem Vorjahr allerdings ein außerordentlich starker, wobei aber zu berücksichtigen ist, daß die Preise im Vorjahr während der Unruhen eine abnorme Höhe erreicht hatten. Der Preisrückgang bei tierischen Produkten wird aber teilweise durch die sehr günstige Futtermittelernte und den sich daraus ergebenden Rückgang der Futtermittelpreise ausgeglichen. Durch die gute Ernte und den Rückgang der Preise für Nahrungsmittel haben die städtischen. Lebenshaltungskosten, nachdem sie sich im letzten Jahre von Monat zu Monat erhöhten, eine Entlastung erfahren. * * ★ Nachtrag: Der Peel-Bericht* Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Teilung des Landes und Entwicklungsmögichkeiten des jüdischen Staates, wie er in dem soeben veröffentlichten Bericht der königlichen Kommission in Vorschlag gebracht wird, lassen sich im ersten Moment naturgemäß nicht in ihrer vollen Tragweite übersehen, zumal viele besonders wirtschaftlich wichtige Punkte noch unklar erseheinen. Gegen die Vorschläge der Königlichen Kommission sind in wirtschaftlicher Hinsicht drei grundlegende Einwände zu erheben: 1. Sämtliche mineralischen Rohstoffvorkommen fallen in das Gebiet des arabischen Staates: das Kali, Brom und die sonstigen Mineralien des Toten Meeres, die wahrscheinlichen Erdölvorkommen, die am Toten Meer, bei Gaza und an anderen Stellen vermutet werden, die Metall vorkommen im Negew. 2. Die vorgeschlagene Zollunion zwischen dem jüdischen Staat, dem arabischen Staat und britischem Mandatsgebiet bedroht den jüdischen Staat mit der Überschwemmung durch billige arabische Agrarprodukte, wodurch die Entwicklung der jüdischen Landwirtschaft außerordentlich erschwert werden kann.

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