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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 366

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-07-01
Page
Seite 366 (sequence 4)
Language
German
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von 60.000 Juden die beiden Völker im Jahre 1947 die gleiche Stärke erreicht hätten. Bei jährlich 50.000 Einwanderern würde die zahlenmäßige Gleichheit 1950 eintreten, bei jährlich 30.000 erst 1960. Da auch im günstigsten Falle bis zum Jahre 1960 gewiß keine höhere Einwanderung als halbwegs durchführbar angenommen werden kann, als die von durchschnittlich 30.000 (wobei in guten Jahren mehr, in Krisen jähren weniger kommen mögen), heißt das, daß auch diejenigen, die mit einer Erreichung der Mehrheit im ganzen Lande rechnen, die Frage beantworten müssen, welche Politik bis zum Jahre 1960 geführt werden soll. Der Zionistenkongreß wird vor einer äußerst verworrenen Situation stehen. Denn es ist kaum auszudenken, welche Folgen eine Ablehnung der englischen Vorschläge hätte. England würde sich dann wahrscheinlich nicht mehr durch das Mandat gebunden fühlen, und die Erwartung, daß der Völkerbund oder die USA. England zur Erfüllung des Mandates zwingen werden, ist gleichfalls reichlich naiv. Es wird sich also wahrscheinlich nach vielen hitzigen Debatten und turbulenten Szenen herausstellen, daß nichts anderes übrig bleibt, als die Exekutive zu ermächtigen, in Verhandlungen über den geplanten Vertrag einzutreten. Dann wird alle Anstrengung gemacht werden müssen, um die Bedingungen zu verbessern, vor allem wird auch eine Wirtschaftshilfe sowie finanzielle und administrative Unterstützung Englands unerläßlich sein. Auch wird es unseres Erachtens angestrebt werden müssen, den jüdischen Staat das zu verschaffen, was in den ersten Nachrichten in Aussicht gestellt war, nämlich die Möglichkeit, sich dem britischen W eltreich in einer engeren Form anzuschließen, mit dem Ziel, das künftige in der Form eines Bundesstaates organisierte G e s a m t p a 1 ä s t i n a dem britischen Reich als Dominion anzugliedern. Die Wahlen zum Zionistenkongreß vollziehen sich inzwischen ohne große innere Anteilnahme. Es ist anzunehmen, daß der Kongreß etwa dieselbe Zusammensetzung haben wird wie der vorhergehende, also ein starkes zahlenmäßiges Übergewicht der Arbeiterpartei, die sich jedoch klar darüber ist, daß sie ohne Koalition mit den bürgerlichen Gruppen nicht regierungsfähig ist. Es werden auch Versuche gemacht, den Wiedereintritt der Revisionisten in die Zionistische Organisation anzubahnen. Faktisch ist die Bedeutung der revisionistischen Organisation sehr gesunken. Ob die Bemühungen Erfolg haben werden, läßt sich nicht voraussagen. Sehr ernst sind jedoch die Bestrebungen der amerikanischen Nichtzionisten, von denen schon in dem vorigen Bericht im Maiheft die Rede war. Es heißt sogar, daß diese Gruppe nur dann Vertreter zum Council der Jewish Agency schicken will, wenn ihr die Erfüllung ihrer Wünsche voraus garantiert werden. Es handelt sich dabei vor allem um die Besetzung der Exekutive nach dem Fifty-Fifty-Prinzip. Diese Meinungsverschiedenheiten werden jedoch gewiß jetzt zurücktreten, wo es um viel wichtigere Dinge geht. Denn die diplomatischen und politischen Aufgaben der nächsten Zeit erfordern ein geschlossenes diszipliniertes Volk unter kluger staatsmännischer Führung. WIRTSCHAFT. Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv. Vor der Veröffentlichung des Berichtes der Königlichen Kommission« Das wirtschaftliche Leben ist von Monat zu Monat und Woche zu Woche immer stärker von der bevorstehenden Entscheidung über das Schicksal des Landes erfaßt

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