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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 364

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-07-01
Page
Seite 364 (sequence 2)
Language
German
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ob dies Zufall oder Absicht ist. Vielleicht wollte die Königliche Kommission in diesem Zusammenhang eine Bezeichnung vermeiden, die ihren Ursprung im Mandat hat; vielleicht aber ist diese Formulierung nur ein Zeichen dafür, daß der Königlichen Kommission die Zionistische Organisation ein realerer Begriff ist als die Jewish Agency. Die Zionistische Organisation würde also etwa die Rolle spielen, die bei früheren Staatengründungen der revolutionäre Nationalausschuß eines Volkes gespielt hat, der, häufig sogar in der Emigration, als Vollmachtträger des künftigen Staates auftrat. Ehe es aber zum Abschluß dieses Vertrages kommt, durch den praktisch der Judenstaat in Palästina ins Leben treten würde, wird noch viel Wasser den Jordan hinabfließen. Denn der Peel-Bericht und die Beschlüsse der Regierung sind vorläufig erst ein Programm, und sie stoßen auf den erbitterten W iderstand sowohl der Araber als auch der Juden. Ohne Mitwirkung dieser beiden Völker können aber die künftigen Staaten gewiß nicht zur Realität werden. Welche Form die arabische Opposition annehmen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Kenner der Verhältnisse halten den Ausbruch eines regelrechten Aufstandes, der England Gelegenheit zu militärischem Eingreifen und endgültiger Niederwerfung des Widerstandes geben würde, für unwahrscheinlich. Außerdem scheint es, daß England sich der Mitarbeit einer gewissen Gruppe von Arabern, vor allem des Emir Abdullah, versichert hat, und das würde bedeuten, daß technisch die Möglichkeit besteht, den Vertrag mit dem arabischen Staat abzuschließen, da die betreffenden arabischen Führer, die dazu bereit sind, als Vertragspartner auftreten können. Wie aber liegt die Sache auf jüdischer Seite? Am 3. August tritt in Zürich der XX. Zionistenk o n g r e ß zusammen, der darüber zu beschließen haben wird, ob die Zionistische Organisation bei der Gründung des vorgeschlagenen Judenstaates mitwirken will oder nicht. Fürwahr ein paradoxer Zustand! Die Organisation, die Theodor Herzl in einer Zeit, als das Wort »Judenstaat« in der internationalen Diplomatie ein schallendes Gelächter hervorgerufen hätte, zu dem Zweck der Gründung eines Judenstaates geschaffen hat, scheint entschlossen zu sein, das Angebot, das ihr jetzt gemacht wurde, abzulehnen. Nach den bisher erfolgten Äußerungen zu schließen scheint das Angebot auch auf jüdischer Seite völlig unannehmbar zu sein. Durch die Teilung Palästinas würde für das jüdische Nationalheim — auch dieses Wort wird bald abgeschafft werden — eine so geringe Fläche zur Verfügung stehen, daß eine jüdische Masseneinwanderung in der nächsten Zeit' undurchführbar wird. Überdies kann man als sicher annehmen, daß der neue Judenstaat in der Zeit seines Entstehens so viel schwierige Probleme der Wirtschaft, Finanz, Verwaltung, Justiz usw. zu lösen haben wird, daß schon aus diesem Grunde die Möglichkeit einer großen Einwanderung, die all das noch komplizieren würde, gering zu bemessen ist. Damit aber hätte nach Meinung vieler Zionisten der Zionismus einen großen Teil seines Sinns verloren und würde auch seine Volkstümlichkeit einbüßen, weil die Auswanderung heute das Hauptbedürfnis der jüdischen Massen ist Vor allem wird dagegen protestiert, daß das große menschenleere Gebiet des Negew nicht wenigstens teilweise dem Judenstaat zugewiesen wurde, obwohl dort gegenwärtig fast keine seßhaften Araber leben und das Gebiet nur durch großen Kapitalaufwand und Pionierarbeit zu erschließen ist. Ferner wird sowohl aus sachlichen als auch aus sentimentalen Gründen die Abtrennung Jerusalems, einer Stadt mit 80.000 jüdischen Einwohnern und jüdischer Bevölkerungsmehrheit, angefochten. Diese und viele andere Gründe lassen das Projekt unannehmbar erscheinen. Es gibt jedoch auch abweichende Meinungen, die freilich in der Öffentlichkeit nicht laut werden und die dahin gehen, den Judenstaat in der angebotenen Form als einen Anfang zu betrachten, zugleich als die Erfüllung einer idealen Forderung,

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