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Palästina · 1937-07-01 · Heft 7 (Juli 1937) · p. Seite 352

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 7 (Juli 1937)
Article
Die Fragen der Ernährung in Palästina
Date
1937-07-01
Page
Seite 352 (sequence 2)
Language
German
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senere Haltung, sich dem großen Unbekannten nicht so bedingungslos anzuvertrauen, es zu meiden und bei dem Europa-Ähnlichen, als erprobt und ungefährlich Erkannten mit Zähigkeit zu bleiben. Fragen der Hygiene und somit auch der Ernährung werden in Palästina in ganz anderer Weise akut als in Europa. Auch sie werden aus der einen oder anderen Einstellung zu lösen versucht. Scharf scheiden sich die Lager derjenigen, die die neuen Ernährungssitten sofort ganz anzunehmen trachten, von denen, die an den altgewohnten Eßgepflogenheiten treu und unerschütterlich festhalten. Aber die »Bedingungslosen« können dabei durch allzu schnelle Anpassung gesundheitlich Schaden erleiden. Niemand kann sich anfangs der starken Sonnenbestrahlung allzulange ungestraft aussetzen; langsam tritt erst die Gewöhnung des Körpers an größere Dosen auf. Gleiches gilt von der Infektionsgefahr durch die Nahrung und den daraus sich entwickelnden Magen- und Darmstörung eil. Länger ansässige Menschen erliegen den typischen Darminfektionen weniger leicht als Neuankömmlinge, weil sie bereits Antikörper in sich haben, die natürlichen Schutz und Immunität verleihen. Der Körper von Neueinwandernden kann erst allmählich mit der Bildung solcher Antikörper folgen. Es ist also Vorsicht durchaus am Platze; ich führe unten aus, welche praktischen Maßnahmen hierfür in Frage kommen. Die starre Fortführung früherer bewährter Eßtradition bringt unter palästinensischen Klimabedingungen ebenfalls erhebliche gesundheitliche Nachteile mit sich; leider beweisen die immer noch zu hohen Ziffern der an Azidose und Nierensteinen Leidenden, wie sehr eine dem Lande richtig angepaßte Kost not tut. So wie man nach Palästina nicht mit allen schweren, großen Möbelstücken übersiedelt, so wie man auch bei der Landarbeit entsprechend und leicht gekleidet ist, — genau so ist es nicht ratsam und zweckmäßig, Anordnung und Zubereitungsform von Speisen zu wählen, die zwar für Europa angebracht, jedoch in der palästinensischen Sommerhitze schwer verdaulich sind und unzuträglich wirken. In den Frühjahrsmonaten wird dies noch nicht so dringend empfunden. Allzu leicht vergißt man aber, daß man eben im Orient ist, und die meisten Störungen könnten durch Einsicht in die neuen Gegebenheiten vermieden bleiben. II. Beobachtungen auf dem Lande und in den Städten* Es ist immer schwierig, eine aus verschiedensten Komponenten bestehende Situation erfassen zu wollen, ohne in Allgemeinheiten zu verfallen, die für Alles und Nichts Geltung haben. Aufgabe dieses Berichtes ist es aber, in gedrängter Form ein Bild der palästinensischen Ernährungsverhaltnisse zu vermitteln; hieraus kristallisieren sich klar die Schwierigkeiten, mit denen man zwangsläufig noch zu kämpfen hat, und leiten sich die praktischen Hinweise ab, wie man sich zweckmäßig verhalten soll. Die in vieler Hinsicht andersartige Küchenführung erscheint mancher Hausfrau im Anfang schwierig, doch bald gewöhnt sie sich an alles, — auch an den Primusherd. Die meistbenutzten Herde werden aus Preisgründen mit Petroleum geheizt. (Petroleum lernt man dabei erst drüben schätzen, es ist ebenso nützlich zum Reinigen wie zum Fernhalten aller unliebsamen Kreatur.) Der Primus ist zwar ein primitives Gerät, auch ist er kein Muster von Geruch- und Geräuschlosigkeit; — aber er ist billig und' leistet mit sehr starker Wärmeentwicklung, was er soll. Für Neuankömmlinge, die noch nicht »eingeordnet« sind und sich nur das Notwendigste anschaffen, ist es immer wieder der Herd der Wahl1, weil er nur 28 Piaster kostet, während ein amerikanisches Petroleum-Herdimodell gleich £P verschlingt. In einer Großküche hörte ich die Meinung: jede Frau muß erst einmal über ihn geweint haben, bevor sie ihn lieb hat. Mit Humor — von dem man immer recht viel bereit haben sollte — wird gesagt: Palästina ist auf

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