Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- [Rezension] / l. r. m.
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 332 (sequence 3)
- Language
- German
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Verwaltung und kodifiziertem Verwaltungsrecht aufgewachsen ist. Daraus ergeben sich Schwierigkeiten, für deren Verständnis und somit deren allmählicher Beseitigung das vorliegende Buch in hervorragender Weise beitragen kann. 1. r. m. The Crisis of Palestine, Reports of Hearst Unofficial Senatorial Commission, Verlag Hearst Newspapers, New York, 78 Seiten. — Drei amerikanische Senatoren: Copeland, Austin und Hastings, besuchten im August 1936 Palästina. Ihre Berichte sind in dem vorliegenden Heft vereinigt. Sie haben die Verhältnisse während der Unruhen unparteiisch untersucht und sind zu einem enthusiastischen Urteil über die zionistische Leistung gelangt. Sie klagen die Justiz und Verwaltung des Landes an, daß sie dazu beigetragen hätten, die Aufständischen zu ermutigen. Der Herausgeber der Hearst- Presse faßt die Resultate der Untersuchung dahin zusammen, daß die britische Verwaltung das Mandat nicht erfüllt habe und die Errichtung der jüdischen Heimstätte nicht begünstige. Es gäbe keinen Grund dafür, die jüdische Einwanderung oder den Bodenkauf an Juden zu suspendieren, Transjordanien sollte der jüdischen Kolonisation erschlossen werden. Der politische Streit zwischen Juden und Arabern soll durch Errichtung eines paritätisch besetzten Legislative Council geschlichtet werden. — Da Änderungen des Mandatsstatus nur mit Zustimmung Amerikas erfolgen können, ist es von Wichtigkeit, daß sich einflußreiche Politiker dieses Landes an Ort und Stelle von der Gerechtigkeit der zionistischen Forderungen überzeugt haben. An American Solution of the Palestine Problem, Von Bernard A. Rosenblatt, Jerusalem 1937, 16 Seiten. — Der Autor, ein bekannter zionistischer Führer, wiederholt in dieser Sammlung von Aufsätzen seinen seinerzeit gemachten Vorschlag, einen aus zwei Häusern bestehenden Legislation Council einzuführen. Das Unterhaus sollte nach der Bevölkerungszahl zusammengesetzt sein, das Oberhaus nach Muster des amerikanischen Senates. Dieses soll aus je sechs Juden und Arabern bestehen und kein Gesetz soll ohne seine Zustimmung erlassen werden können. Die arabischen Mitglieder des Oberhauses soll der Emir von Transjordanien, die jüdischen die Jewish Agency ernennen. Palästina sollte ein britisches Dominion werden. Die Araber haben in Syrien und Irak genügend Raum für eine vervielfältigte Einwohnerzahl. Mandates. Reasons, Results, Remedies. Von Neil Macaula y. Vorwort von Sir Edward Grigg. Mit 12 Photos, Verlag Methuen & Co. Ltd., London 1937, 213 Seiten. — Das Buch handelt hauptsächlich von den deutschen Kolonialansprüchen, worauf hier nicht eingegangen werden kann. In bezug auf das Mandatssystem hält der Autor dieses für einen Fehlschlag und weist auf die Schwäche des die Aufsicht über die Mandate führenden Völkerbundes sowie seiner Mandatskommission hin, die er für völlig wertlos und überflüssig ansieht. — Ein wenig bekanntes äußerst interessantes Detail, das der Autor mitteilt, ist, daß Japan, trotz seines Austrittes aus dem Völkerbund nach wie vor diesem einen jährlichen Bericht über die Verwaltung des ihm übertragenen Mandatsgebietes erstattet. Hier interessiert vor allem, was Macaulay über Palästina schreibt. Leider erweist er sich als darüber völlig uninformiert. Er sagt, die Juden hätten 3^ Million Acres (2 Millionen Dunam) erworben, das für die Araber übrig gebliebene Land sei nur die Hälfte alles fruchtbaren Bodens usw. (Tatsächlich sind von 8 bis 10 Millionen Dunam bebautem Bodens bloß 1,4 Millionen in jüdischem Besitz.) Die Balfour-Erklärung sei überhastet erlassen worden (indes bekanntlich ihrer Publikation jahrelange Verhandlungen vorausgingen), Balfour sei überrumpelt, Weizmann das Nationalheim einfach als Dank für seine Erfindung zugesagt worden. Man hatte es eben glühenden Zionisten erlaubt, britische Sentimentale zu beeinflussen usw. Das englische Kriegskabinett hat sich also, nach dem Autor, durch besondere Sentimentalität ausgezeichnet-