Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Die Wirtschaftspolitik der Exekutive [Nachricht]
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 319 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379953-2379960-2411478--25341-2411659- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jüdisches Inwie Auslandskapital begann der Ausgestaltung unserer Industrie wieder zuzufließen, obschon natürlich nicht so stark wie 1935. Hindern ja die gedrosselte Einwanderung und die ewigen Devisensperren, wie letzthin jene im judenreichen Polen. Doch selbst am Höhepunkt der Krise wurde fast kein jüdisches Geld aus Palästina abgezogen, nicht einmal nach England, dem Mutterland unserer Währung. Dabei hält eine einzige Bank hier 8 Millionen Pfund verwahrt, wovon fünf Auslandsjuden gehören. Das feste Vertrauen in die Zukunft Erez Israels war eben nie ernstlich erschüttert und kehrt jetzt, wie sich durch viele interessante Beispiele belegen läßt, völlig zurück; man hat sogar schon von vorherein die schlechtestmöglichen Vorschläge der Königlichen Kommission eskomptiert. Auch eine Wiederholung der Unruhen soll die Jewish Agency nicht überraschen. Durch Generalumfrage verschafften wir uns einen lückenlosen Überblick, was die jüdische Wirtschaft noch zu ihrer Unabhängigkeit braucht. Über alle Nahrungsmittel und sonstige lebensnotwendigen Massenartikel sind Gutachten eingeholt. Schon geht man daran, zunächst Markthallen, dann Kühlhäuser, Mühlen und Elevatoren, diese im Hafen von Tel Aviv, zu errichten. Unsere Handwerker wTerden in Fortbildungsschulen geschult. Der planmäßigen Ausweitung des Exportes, nicht zuletzt unserer Landwirtschaftsprodukte, wird sich eine eigene Gesellschaft widmen. Bieten ja die immer dichteren Luftverkehrslinien manche Chance, alle europäischen Hauptplätze mit palästinensischen Frühgemüsen und unseren Blumen zu beliefern . . . Dies unser emsiges Schaffen und Planen, und mag es bisweilen danebengreifen, bezeugt doch, daß die zur Verteidigung gedrängten, zum Kampf herausgeforderten Juden vom Geist* der Initiative beseelt sind. Wie sehr sticht hievon das Verhalten der Araber ab! Sie hatten geglaubt, mit Einschüchterung und Boykott der Juden das Ihre getan zu haben, und hielten es nicht für erforderlich, an Stelle der beabsichtigten Zerstörung selbst etwas Positives zu setzen. Nun müssen sie langsam erkennen, welch schwere Wunden diese verblendete Politik ihrer eigenen Wirtschaft geschlagen und wie sie der jüdischen Wirtschaft zur Emanzipation verholfen hat. Auch wenn es nicht zur Kantonisierung des palästinensischen Territoriums kommt, wird es wohl bei der Kantonisierung seiner Wirtschaft, in einen arabischen und einen jüdischen Sektor, sein Verbleiben haben. Der Zionistenkongreß in Zürich* Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat in Abänderung ihres vorhergehenden Beschlusses den 20. Kongreß für den 3. August nach Zürich einberufen. Die Tätigkeit der PLDC. Bei der letzten Generalversammlung der Palestine Land Development Co. wurde über die Tätigkeit der Gesellschaft in 1936 folgendes mitgeteilt: Trotz der Unruhen hat sich das Aktienkapital der Gesellschaft um 107.794 £ erhöht (1935 betrug die Erhöhug 35.000 £). Das Eigenkapital der Gesellschaft zusammen mit den 100.000 £ betragenden Reserven ist heute 400.000 £. (Wir kommen auf den Bericht der Gesellschaft noch ausführlich zurück. — Die Red.) WANDERUNG. Einwanderung im ersten Viertel 1937» In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind 3166 Juden nach Palästina eingewandert, gegen 3082 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Es wanderten ein: Kapitalisten mit 1000 £P 354, mit Angehörigen 639 (1936: 2513); Handwerker mit 500 £P: 10 (1936: 214); Arbeitnehmer: 1190 (1936: 2362); Angehörige: 1078 (1936: 3259); Sonstige: 276 (1936: 734). — Die Kapitalisten erreichten nur 28% der Zahl des Vorjahres, die Arbeiter aber 50,4%. Den Herkunftsländern nach kamen 32,4% der Einwanderer (1027 Personen) aus Polen und 26% (845) aus Deutschland.