Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Die Wirtschaft im Wartezustand
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
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310 In MiMionen £P Jänner/Februar Import Export Reexport 1937 . . . 2,81 1,80 0,23 1936 ... 2,46 1.41 0,04 1935 ... 2,56 1,46 0,04 Die leichte Erhöhung der Importziffern erklärt sich im wesentlichen aus dem erhöhten Import von Militärbedarfsartikeln, die (nach Ägypten) reexportiert werden, woraus sich der erhöhte Reexport ergibt; im übrigen steht er mit der Preissteigerung im Zusammenhang. Jedenfallsergibt sich aus den Importziffern, die einen der wichtigsten Gradmesser der wirtschaftlichen Aktivität darstellen, die Unbewegtheit der Wirtschaftslage: der ziemlich stabile laufende Bedarf wird gedeckt. In den stark erhöhten Exportziffern drückt sich der vergrößerte Zitrusexport aus, der mit 10,93 Millionen Kisten den Vorjahresexport um 85% übertrifft. Diese starke mengenmäßige Exportsteigerung, der infolge der gedrückten Preise keine parallele Wertsteigerung entspricht, wird sich vor allem in den Exportziffern für März und April auswirken, da die Mehrexporte gegenüber dem Vorjahr vor allem in diese beiden letzten Saisonmonate fallen. Der erhöhte Zitrusexport gleicht wenigstens bis zu einem gewissen Grade den Rückgang des Kapitalimportes aus, der eine Folge der minimalen Kapitalisteneinwanderung ist. Er vermindert das Handelsbilanzdefizit. Infolge der geringfügigen Kapitalisten- und Kapitaieinwanderung droht die diesjährige Zahlungsbilanz zu einem sehr ernsten Problem zu werden. Die Einwanderung und Kapitalisteneinwanderung weist im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr folgendes Bild auf: 1. Quartal 1937 1. Quartal 1936 (davon Juden) (davon Juden) Gesamteinwanderung . . 3643 (3166) 9605 (9082) Davon Kapitalisten ... 359 (354) 1252 (1232) Die jüdische Gesamteinwanderung ist gegenüber dem Vorjahr auf ungefähr ein Drittel zurückgegangen, die Kapitalisteneinwanderung auf knapp 30%! Wenn sich — was zu befürchten ist -— an dieser Situation bis zum Jahresende nicht mehr viel ändert, so bedeutet das, daß die Kapitaieinwanderung in diesem Jahre auf etwa 3 Millionen Pfund zurückgehen wird. Gegen zirka 6 bis 7 Millionen Pfund im Vorjahre und 12 bis 15 Millionen Pfund in den Jahren 1935 und 1934. Trotz des bereits im Vorjahr stark reduzierten Importes stellte sich das Handelisbilanzdefizit für 1936 (wenn man von dem Import der IPC. und Einwanderergut absieht) noch immer auf ungefähr 9 Millionen £P. Es wird sich in diesem Jahre durch den erhöhten Zitrusexport wahrscheinlich etwas vermindern. Jedoch ist damit zu rechnen, daß das Handelsbilanzdefizit für 1937 sich auf kaum weniger als 8 Millionen £P stellen wird — vielleicht sogar höher, da der Import im vorigen Jähr in den Hauptranruhemonaten auf ein sehr tiefes Niveau herabgedrückt wurde. Die in den letzten Jahren oft erörterten Schwierigkeiten, die sich aus dem starken Handelsbilanzpassivum in Zeiten abebbenden Kapitalzuflusses ergeben können, scheinen in diesem Jahre aktuelle Bedeutung anzunehmen. Angesichts der Geringfügigkeit des diesjährigen Kapitalimportes wird der Fall eintreten, daß größere Teile des Handelsbilanzdefizites durch Kapitalexporte zur Bezahlung von Warenlieferungen gedeckt werden müssen. Das dürfte sich besonders inden Sommermonaten, nachdem die Zahlungen aus dem Zitrusexport eingegangen sind und der palästinensische Export ruht, bemerkbar machen.