Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1937)
- Article
- Bemerkungen über die Notwendigkeit einer rationellen Krisenpolitik
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 292 (sequence 14)
- Language
- German
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Es ist Sache der nationalen Fonds, erstklassige Fachleute aus dem Ausland heranzuziehen, die Ausbildung von Kunstgewerblern zu fördern46, Produktions versuche zu finanzieren, einen Verkaufsapparat zu schaffen und den Markt zu erschließen. Wenn die Sache einmal im Gange ist, wird sich privates Kapital für neue Werkstätten finden, und es könnte eine blühende Industrie entstehen. Pionierdienste kann unser Privatkapital auf diesem Gebiet nicht leisten, denn unsere sogenannten Kapitalisten sind keine Kunstmäzene und können es nicht sein. Ebenso wie auf dem Gebiete des Kunstgewerbes muß man auch auf anderen Gebieten Versuche machen, manchmal vergebliche, gewöhnlich verlustbringende, wenn man vorwärts kommen will. Es möge nicht gesagt werden, daß das empfohlene Mittel: Das Experiment nicht genüge. Man sage nicht, wie oft und gern bei ähnlichen Gelegenheiten: der kritische Teil dieser Arbeit sei vielleicht nicht ganz unberechtigt, die positiven Empfehlungen aber seien unbefriedigend; es sei eben leichter zu kritisieren als aufzubauen usw. Experimentieren ist ein Wort, das sehr wenig oder sehr viel Inhalt haben kann, je nachdem wie es verwirklicht wird. Es wäre natürlich viel angenehmer, statt des unsicheren Tastens einen sichern, gut gangbaren Weg empfehlen zu können. Aber für ein neues Land wie Palästina kann es keinen solchen Weg geben. Die Wege, die vielen als gut und erprobt erscheinen — die Landwirtschaft und der Bau —, führen ins Ausweglose. In einem Lande, das fast keine natürlichen Schätze besitzt, mit einer Einwandererbevölkerung ohne besondere berufliche Kenntnisse, gibt es keinen anderen Weg als: versuchen. So wie der einzelne Einwanderer oft versuchen, umlernen und verlieren muß, ehe er in der neuen Heimat den richtigen Beruf findet, so können wir als Gesamtheit, wir, das jüdische Wandervolk, nur durch Versuche den richtigen W'eg finden. Der richtige Weg ist nicht immer der schönste (Landwirtschaft) oder der leichteste (Bau). Aber der Wanderer, dessen Wegzehrung im Rucksack rasch schwindet, darf weder das Schöne suchen noch das Schwere scheuen. Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes östlich von Lydda Von Dr» M* Avnimelech, Jerusalem. A» Vorwort» In meinem Aufsatz über das Gebiet von Hartuv und Ramleh 1 habe ich die Gegend zwischen der Eisenbahnlinie Hartuv—Ramleh im Süden und Westen und der Straße Jerusalem—Jaffa im Nordosten behandelt; der vorliegende Aufsatz betrifft das Gebiet 46 Es ist ein nicht gutzumachender Fehler, daß man den Verfall des Bezalel und 1927 die Schließung der Schule zugelassen hat, statt sie mit den besten Lehrkräften auszustatten. Erst 1935 ist die Schule wiedereröffnet worden. Und doch dürfte gerade hier Geldmangel nicht im Wege stehen. Die Ansiedlung eines Menschen im Emek hat 1000 £ gekostet (Preuß 1. c). Wenn man einige Dutzend Chaluzim weniger angesiedelt hätte, hätten wir heute in Palästina ein richtiggehendes Kunstgewerbe. 1 Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Hartuv— Ramleh. »Palästina« 1936, Nr. 9, Seite 437 bis 448. Vergleiche auch: Avnimelech, £t. geol. Region de la Shephelah en Palestine, Grenoble 1936.