Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1937)
- Article
- Die Frucht- und Gemüseproduktion in Palästina
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 246 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379953-2379959-2411144--25041-2411335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zollsätze (Müs per Kilogramm): 2. Palästina Ägypten Syrien England Polen Tschecho¬ Frischgemüse: slowakei Allgemeiner Zollsatz 2 4 — — — — Blumenkohl ... — — 2.7 4 76 4.7 Karotten .... — — 10.8 10 45.6 14 Salat .....— — 4.05 10 — — Kohl .....— — 6.1 — 11.4 5.4 Rüben.....— — — 8 — — Früchte: Allgemeiner Zollsatz 2 — — - — — Äpfel .....— 2.4 15.9 4.4 114 7.2 Birnen.....— 3.5 15.9 4.4 115 7.2 Pflaumen .... — 2.0 20.1 9.2 38 6.3 Bananen .... — 16.0 11.7 2.5 114 — Die Wichtigkeit der Marktgärtnerei unter den gegenwärtigen Verhältnissen* Im gegenwärtigen Stadium der landwirtschaftlichen Entwicklung Palästinas ist der Anbau von Obst und Gemüse von besonderer Bedeutung. Palästina ist heute mit allen Problemen einer Monokultur belastet. Die Zitrusindustrie, die das "Rückgrat des Exporthandels und der Brennpunkt der Aufmerksamkeit der Farmer des Landes geworden ist, hat heute mit einer sehr ernsten Marktlage zu kämpfen. Die rasche Vergrößerung der Ernte bei gleichzeitiger Verengung der Märkte, macht den Verkauf der Früchte zu rentablen Preisen immer schwieriger. Unter diesen Bedingungen kann auf eine weitere Ausdehnung der mit Zitrus bepflanzten Fläche nicht gehofft werden, vielmehr ist schon eine gewisse Einschränkung zu fühlen, welche zu einer Störung des Gleichgewichtes in der heimischen Landwirtschaft führen muß. Diese Schwächung der Zitrusindustrie könnte durch eine Intensivierung und Vervielfältigung der gemischten Wirtschaft kompensiert werden; die andere Alternative, Getreidebau; ist wegen der Spärlichkeit verfügbaren und passenden Bodens nicht gangbar. Gemüse- und Obstzucht sind die Zweige der gemischten Wirtschaft, die aus folgenden zwei Gründen die vielversprechendsten sind: 1. Die zunehmende Nachfrage für Gemüse und Obst infolge des Anwachsens der Bevölkerung und der Erhöhung des Lebensstandards. 2. Der gegenwärtige Konsum von Gemüsen per Kopf ist im Vergleich zu anderen Ländern niedrig und läßt eine merkliche Zunahme erwarten. Eine Ernährung mit genügend Gemüse ist angesichts der klimatischen Bedingungen des Landes besonders wichtig. Schlußfolgerungen. Nachstehende Schlußfolgerungen ergeben sich aus diesem Überblick: a) Die heimische Produktion von Obst und Gemüse wächst durch den Antrieb, den eine gesteigerte Nachfrage bietet und durch die aktive Ermunterung durch das Landwirtschaftsdepartement der Regierung. b) Ein großer Teil der wachsenden Nachfrage wird durch Importe befriedigt. c) Syrien, dessen Produkte zollfrei eingeführt werden, liefert den überwiegenden Teil dieser Importe. d) Die Konkurrenz Syriens, die hauptsächlich auf billiger Arbeit beruht, wird für die Produzenten Palästinas in steigendem Maße gefährlich. e) Ein Schutz gegen syrische Importe bringt nicht notwendigerweise eine Erhöhung der Lebenskosten in Palästina mit sich.