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Palästina · 1937-05-01 · Heft 5 (Mai 1937) · p. Seite 233

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 5 (Mai 1937)
Article
Aktuelle Eisenbahnfragen
Date
1937-05-01
Page
Seite 233 (sequence 1)
Language
German
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Aktuelle Eisenbahnwagen 233 Von Karl Karger, Tel Aviv. Linter den verschiedenen Fragen des jüdischen Palästinaaufbaus, die während der letzten Zeit der Unruhen und politischen Spannungen erheblich an Bedeutung gewonnen haben, nehmen Verkehrsfragen eine besondere Stellung ein. Die Frage des Zuganges zum Meere tauchte bekanntlich in ihrer ganzen Schärfe auf, als im Hafen von Jaffa gestreikt wurde. Die Unzulänglichkeit des Autostraßennetzes kam klar zu Tage, denn die einzige Asphaltstraßenverbindung Haifas mit dem Süden geht durch das Unruhezentrum um Dschenin, Nablus und Tulkerem, wo der Verkehr immer wieder von arabischen Terrorgruppen gestört wurde. Die feindlichen Einwirkungen auf diese beiden Verkehrswege führten aber anderseits auch dazu, daß gewisse, längst gehegte Wünsche des Jischuw in Erfüllung gingen oder wenigstens teilweise berücksichtigt wurden. So erhielt Tel Aviv einen Hafen; der Bau des Straßenzuges Tel Aviv— Chederah—Haifa wurde zum Teil in Angriff genommen; die Herstellung wichtiger Straßenstücke im Emek Jesreel wurde beschleunigt. — Auch das dritte Instrument des palästinensischen Verkehrs, die Eisenbahn, hat während der Unruhen durchaus seine Wichtigkeit erwiesen. Zum Unterschied von den beiden anderen Hauptverkehrszweigen hat seine Entwicklung aber anläßlich der Unruhen keine Fortschritte gemacht. Die jüdische Bevölkerung ist am weiteren Ausbau des Bahnverkehrs ebenso interessiert wie an der Entwicklung der anderen Verkehrsmittel. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß der Jischuw heute den größten Teil des weitverzweigten Kraftwagenverkehrs im Lande kontrolliert und somit gegenüber der staatseigenen Eisenbahn als starker Konkurrent auftritt. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung des Landes, seiner immer dichteren Besiedlung und seiner Industrialisierung, erst recht aber mit Rücksicht auf die Ereignisse des vergangenen Jahres, sind Ausbau und Sicherung des Bahnverkehrs von größter Bedeutung für das jüdische Aufbauwerk. In immer schnellerem Tempo entstehen in Palästina alle diejenigen Verkehrsbedürfnisse, die ein modern organisiertes Land nun einmal aufweist. Dazu gehört ein schneller, dabei nicht kostspieliger Transport von Schwer- und Massengütern (z. B. Vieh, Holz, Röhren, Zement, Zitrusfrüchte), ferner eine billige, bequeme Personenbeförderung mit hoher Reisegeschwindigkeit, besonders zwischen den größeren Orten. Hier ist eine richtig geleitete Eisenbahn dem motorisierten Straßenverkehr noch heute überlegen. Dies gilt allgemein für die meisten Länder. Die besonderen Verhältnisse in Erez Israel führen aber noch zu folgenden Erwägungen. Der Hafen von Tel Aviv, der heute den Seeverkehr der jüdischen Wirtschaft im Bezirke Jaffa—Tel Aviv besorgt, ist zwar schon jetzt so ausgebaut, daß er die gleichen Bequemlichkeiten bietet wie der Hafen von Jaffa; indessen ist er, genau wie Jaffa, ein von der Witterung abhängiger Umschlagsplatz. Bei schwerer See ist er lahmgelegt. Da stürmisches Wetter an der Küste von Palästina nicht selten ist und häufig genug mehrere Tage anzuhalten pflegt, muß Haifa vielfach den Umschlag von Tel Aviv mitübernehmen. Der Verkehr mit Übersee ist in diesen Fällen dann zwischen Haifa und Tel Aviv samt Umgebung doch wieder auf den Landweg angewiesen. Für diesen Landtransport spielt die Eisenbahn eine wichtige Rolle. Bis zur Herstellung eines geschützten Tiefwasserhafens in Tel Aviv (oder für Tel Aviv und Jaffa gemeinsam) werden auch im günstigsten Falle noch Jahre vergehen. — Infolge der während der Unruhen aufgetretenen Unsicherheit auf gewissen Straßen des Landes erlitt der Kraftwagenverkehr einen erheblichen Abbruch. Die Eisenbahn mußte dort, wo das Kraftfahrzeug seine Tätigkeit einschränkte, nach Möglichkeit einen Ersatz bieten. Eine Bahnstrecke ist *zwar gegen Sabotageakte empfind-

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