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Palästina · 1937-04-01 · Heft 4 (April 1937) · p. Seite 198

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 4 (April 1937)
Article
Drei Jahrzehnte des jüdischen Siedlungswerkes [Rezension]
Date
1937-04-01
Page
Seite 198 (sequence 2)
Language
German
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Institutionen in einem schön ausgestatteten Band herausgegeben hat. In dieser Zeitspanne hat die zionistische Kolonisation ihren Werdegang von den bescheidenen Anfängen zweier Arbeiterfarmen in Benschemen und Hulda und der Errichtung einer kleinen Vorstadt von Jaffa, bis zu einem großartigen, die Aufmerksamkeit und Bewunderung der ganzen Welt hervorrufenden Siedlungswerk durchgemacht. In diese Zeitspanne fällt auch die zum großen Teil durch dieses Werk verursachte Verwandlung Palästinas aus einer rückständigen Provinz des Osmanischen Reiches in ein wirtschaftlich modernes Land mit fortgeschrittener Landwirtschaft, Industrie und Verkehr. Auf der ersten Seite des Buches finden wir eine Beschreibung der Chalukka, die zu jener Zeit das jüdische Leben Palästinas beherrschte, auf den letzten Seiten ist von einer »Holding Company« die Rede, welche palästinensische Wertpapiere auf dem Welt-Finanzmarkt placieren soll. In dieser symbolisch anmutenden Gegenüberstellung wirkt sich die geradezu beispiellose Entwicklung Palästinas aus. Über die drei für Palästina schicksalsvollen Jahrzehnte Bericht zu erstatten, ist wie kein anderer der Mann berufen, welcher diese Entwicklung von den kleinsten Anfängen an miterlebt und sie führend beeinflußt hat. Die Aneinanderreihung von Aufsätzen, Memoranden und Reden, die im Laufe der Jahre und im Flusse der Arbeit verfaßt und gesprochen wurden, hat bei manchen Nachteilen einen besonderen Reiz, indem man die Dinge in der Beleuchtung jener Zeit sieht, so wie sie von denjenigen empfunden wurden, die in der Arbeit standen. Man kann die Gestaltung der Dinge wahrnehmen, die Entwicklung der Ideen und Einrichtungen verfolgen. »Es ist der Anfang, der die Möglichkeiten der zukünftigen Ausdehnung festlegt und bestimmt«, sagt Ruppin, und hiermit hat er durchaus recht, denn bei einer rückschauenden Betrachtung kann man feststellen, in welcher Weise die weitere Entwicklung durch die Anfänge bestimmt wurden. Das Buch gewährt uns Einblick in die Tagessorgen, und wir verstehen, warum die Lösung der Fragen, die uns heute geringfügig erscheinen mögen, zu jener Zeit von größter Bedeutung war. Wir können den tiefen Schmerz mitempfinden, welcher sich derjenigen bemächtigte, die jeden Tag große Möglichkeiten auftauchen sahen, ohne sie, in Anbetracht der unzulänglichen Finanzmittel, ausnutzen zu können. Wirkt es nicht geradezu wie ein Aufschrei, wenn Ruppin sagt: »Es wird eine Zeit kommen, wenn Millionen nicht genügen werden, um das zu erreichen, was heute mit Hunderttausenden getan werden könnte«. Das bezieht sich sowohl auf den Erwerb von Boden, den man vor drei Jahrzehnten für einige Francs per Dunam haben konnte, als auch auf die Ansiedlung, die man infolge der weit geringeren Lebenskosten mit einem Bruchteil des gegenwärtigen Geldbedarfs bewerkstelligen konnte. Mit einem traurigen Gefühl wird der Leser eine Reihe von versäumten Gelegenheiten feststellen können. Ruppin wird nicht müde, den Juden klarzumachen, welch große Möglichkeiten Palästina ihnen bietet, und bei jedem Kongreß kommt er darauf zu sprechen. Immer wieder bringt er Pläne und wieder Pläne vor und ist nicht verbittert, wenn er feststellen muß, daß sie entweder überhaupt nicht oder nur zu einem winzigen Teil verwirklicht werden. In dem vorliegenden Band kommt, wie nirgends sonst, die Eigenschaft Ruppihs zum Ausdruck, die ihm nicht nur allseitige Sympathien verschaffte, sondern ihm immer wieder Kraft zur Fortsetzung der so schweren Arbeit gewährte: sein nie versiegender Optimismus. »Ich gebe gerne zu, daß ich ein Optimist bin«, sagte Ruppin am XIX. Kongreß, und führt mit vollem Recht weiter aus, »aber ich glaube, daß dieser Optimismus durch die Ereignisse der Vergangenheit gerechtfertigt wurde«. Menschen, welche Pionierarbeit leisten, brauchen einen durch keine Rückschläge und Mißerfolge zu erschütternden Glauben, und die Arbeit Ruppins war die eines Pioniers,

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