Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- Der Bericht des Hilfsfonds (Emergency-Fund) von 1929 [Nachricht]
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 196 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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liefen dafür Verpflichtungserklärungen in der Höhe von ungefähr 60.000 £P ein, wovon zwei Drittel in bar und in Zahlungsanweisungen gegeben wurden, während der Rest später fällig werdende Verpflichtungen darstellt. Alle Ausgaben für Fürsorge und Unterbringung von Flüchtlingen, für Witwen, Verwundete usw. wurden durch den Jischuw im Lande selbst gedeckt — anders als im Jahre 1929, wo im Lande keine Sammelaktion durchgeführt wurde. Wie damals, so verausgabte auch heute der K. H. die in den ersten Monaten der Unruhen benötigten Summen für Sicherheit, für Rechtshilfe u. dgl. Die bei der Jewish Agency in allen Teilen der Golah aus Sammlungen des »Mifal ha-Bizaron we-ha-Bitachon« eingehenden Beträge, sind in erster Linie für diese Bedürfnisse und für soziale Hilfe bestimmt, insbesondere aber zur Stärkung und Erweiterung der jüdischen Wirtschaftspositionen im Lande. Und nun einige wichtige Bemerkungen im Zusammenhang mit dem vorliegenden Bericht, hauptsächlich über die Verwendung der Gelder: 1. Die allgemeinen Ausgaben des Büros des Emergency-Fund betrugen nach dem Finanzbericht 21.401 £P; dem sind die Ausgabeposten hinzuzurechnen, die unter anderen Posten verzeichnet sind, wie allgemeine Unterstützungen, Kommission für Witwen und Waisen usw., und sich auf 11.140 £P belaufen; es ergibt sich also, daß die Gesamtsumme dieser Ausgaben 32.541 £P beträgt. 2. Aus einer Bemerkung zum Finanzbericht wird ersichtlich, daß das gesamte Vermögen des Emergency-Fund auf eine neue Gesellschaft »Palästina-Treuhand-Fonds« übergegangen ist; im Bericht selbst ist jedoch dieses neuen Fonds nirgends Erwähnung getan. "Wie es scheint, ist es eine neu geschaffene juristische Person, auf deren Namen alle Hypotheken und Güter eingetragen wurden, die vorher privat und persönlich auf den Namen der Leiter des Emergency-Fund eingetragen worden waren. Es wird zweifellos die Öffentlichkeit interessieren, über Zusammensetzung, Funktion, Kompetenz und Arbeitsweise dieser neuen Gesellschaft gründlich informiert zu werden. 3. Aus dem Bericht ist zu ersehen, daß der Bau des Handelszentrums in Safed den Zweck nicht erfüllt, zu dem er errichtet wurde, und zwar aus gesetzlichen Gründen. In dem Bericht wird auch erklärt, warum der Bau des neuen Wohnviertels in Safed nicht zur Ausführung gelangte. Seinerzeit entstand in der Presse eine heftige Diskussion über die vitale Notwendigkeit der Errichtung eines Wohnviertels an der Stelle des Merkas Mischari; die »gesetzlichen Schwierigkeiten«, die es in dieser Hinsicht gab, wurden jedoch nicht erklärt. Es liegt deshalb nahe, daß diese Schwierigkeiten ganz anderer Natur sind und daß aus diesen Gründen jener große Bau in Safed, bei dem eine sehr bedeutende Geldsumme investiert worden ist, leer und nutzlos dasteht. 4. In dem Begleitbrief heißt es, daß im Sommer 1932 Verhandlungen zwischen dem Emergency-Fund und der Leitung der ICA über die Errichtung einer neuen landwirtschaftlichen Siedlungsgesellschaft unter dem Namen »Emica« geführt wurden. Die ICA und der Emergency-Fund beschlossen damals, für drei Jahre je 82.500 £P zur Erwerbung von Böden und Siedlungsarbeiten auszuwerfen. Die neue Gesellschaft verpflichtete sich, 70 Familien, davon 18 aus Deutschland, auf Boden des Keren Kajemeth in Beer-Tuvia anzusiedeln und sie steht jetzt in Verhandlungen über Investierungen im Hulegebiet. Aus einer Bemerkung zum Finanzbericht ist ersichtlich, daß der Emergency-Fund beschlossen hat, der »Emica« im allgemeinen alle Gelder zur Verfügung zu stellen, die in seiner Hand verblieben sind, und ebenso die Gelder, die in Zukunft aus Rückzahlungen von seinerzeit gewährten Darlehen eingehen werden. Mit Rücksicht darauf ist zu bedauern, daß in dem Bericht nicht genügende Einzelheiten über die Gesellschaft »Emica«, ihre Sta-