Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- Der Bericht des Hilfsfonds (Emergency-Fund) von 1929 [Nachricht]
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 192 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Haifa 3× ep/1047930
- Safed 2× ep/1046078
- Tiberias 2× ep/1048138
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
Agency, P. Ruthenberg als Mitglied des Waad Leumi und Dr. M. B. Hextet als Vertreter der Hauptspender in Amerika. Nach Verlauf weniger Monate traten aus der Leitung die Vertreter der Jewish Agency und des palästinensischen Jischuw zurück. Aus dem Bericht des Emergency-Fund geht nicht der Grund hervor, warum der Rücktritt erfolgte und von Seiten der Jewish Agency und des Waad Leumi nicht andere Vertreter an Stelle der zurückgetretenen ernannt wurden. Die Antwort auf diese bis jetzt unbeantworteten Fragen dürfte auch heute noch die Öffentlichkeit interessieren. Einen Überblick über die Unruhen gibt folgendes traurige Bild: Zahl der jüdischen Todesopfer 132 (davon die Hälfte — 66 — in Hebron), der Verwundeten 318, der Flüchtlinge, die ihre Wohnsitze verlassen mußten, 14.000, und zwar: aus der Altstadt in Jerusalem, aus Hebron, Moza usw. 3700, aus Jaffa, den Außenbezirken von Tel Aviv und isolierten Siedlungspunkten in Judäa und im Süden 3500, aus den gemischten Wohnvierteln in der Umgebung von Haifa 3000; in Safed blieben 3000 jüdische Seelen obdachlos, nachdem die Stadt durch Feuer verwüstet war, und weitere 700 Flüchtlinge entfielen auf Tiberias, Rehowoth und Afule. Jüdischer Besitz im Werte von ungefähr 1,000.000 £P wurde durch die arabischen Banden bis auf den Grund zerstört. Der Vergleich mit den Opfern an Gut und Blut während der Unruhen von 1929 und denen des Jahres 1936 zeigt folgendes Ergebnis: 1929 gab es 132 Tote und 318 Verwundete, 1936 82 Tote und 369 Verwundete. Die Toten des Jahres 1929 fielen in neun Siedlungspunkten und der Hauptanteil von ihnen kam auf die Städte: Hebron (66), Jerusalem (24), Safed (17), Tel Aviv (6), Haifa (6); außerdem gab es Todesopfer in den Kolonien: Moza (7), En Setim (3), Beer Tuvia (2), Hulda (1). Von den 82 Toten des Jahres 1936 fielen 65 in 20 verschiedenen Siedlungspunkten, 17 auf den verschiedenen Straßen des Landes, und zwar: 11 in Jaffa, 8 in Tel Aviv, 7 in Haifa, 2 in Tiberias, die übrigen an den verschiedensten Orten (bei der Verteidigung, auf dem Wege zur Arbeit oder bei der Arbeit selbst). Die Zahl der Flüchtlinge betrug 1936 12.000 (größtenteils in Tel Aviv), 1929 14.000 Seelen. Jüdisches Vermögen im Werte von einigen hunderttausend Pfund wurde in den sechs Monaten der letzten Unruhen durch die Araber zerstört; der indirekte Schaden der Unruhen von 1936 überstieg jedoch bei weitem den Schaden des Jahres 1929. Den Arbeitsplan des Emergency-Fund und die Richtung seiner Arbeit zeichnete Dr. Hexter in folgenden Zeilen: »Die Politik des Emergency-Fund formte sich gewissermaßen von selbst oder, genauer gesagt, wurde durch die verschiedenen Faktoren bestimmt, die unmittelbar nach den Unruhen sich als entscheidend für die Wohlfahrt des Jischuw zeigten. Jede der zahlreichen Fragen, die auftauchten, wurden im Lichte der besonderen und dringenden Umstände behandelt, zugleich mit Rücksicht auf das allgemeine Bedürfnis des Jischuw in absehbarer Zukunft. Und wie der beigefügte Finanzbericht zeigt, hielt man sich dabei strikte an folgende Prinzipien: Während gewisse Summen für die Unterstützung der Opfer ausgeworfen werden mußten, war der- Hauptteil der Gelder für dauerndere Arbeiten zu verwenden, das heißt 1. für die Wiederaufrichtung der Hunderte und Tausende von Familien, die danach strebten, sich wieder selbst zu erhalten; 2. für die Konsolidierung der Lage des Jischuw in Stadt und Land im allgemeinen.« Auf die Initiative der Jewish Agency und unter Leitung des Raw Meir Berlin bildeten sich verschiedene Hilfskomitees für Flüchtlingsfürsorge, Hilfe für Witwen und Waisen, medizinische Hilfe, Sicherheit, Gefangenenfürsorge und Rechtshilfe. Die Unterstützungsarbeit wurde dem Waad Leumi übertragen, die medizinische Hilfsarbeit lag in den Händen der »Hadassah«. Die wirtschaftliche Aktion wurde durch die Jewish