Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-04-01 · Heft 4 (April 1937) · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 4 (April 1937)
Article
Industrieprobleme 1937
Date
1937-04-01
Page
Seite 191 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379958-2410831--24816-2411031
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

teilung als langfristige Kredite und vielleicht auch als Beteiligungen in der Industrie arbeiten lassen könnte- Durch Zentralisierung und Kontrolle der heute an zu vielen Stellen zersplitterten kurzfristigen Kreditgewährung, durch Beaufsichtigung der Rationalisierung der in vielen Betrieben noch sehr mangelhaften Buchführungs- und Kalkulationsmethoden, durch Prüfung der Existenzaussichten neuprojektierter Unternehmungen, könnte dieses Institut weitere wichtige Funktionen ausüben. IV. Optimismus und Pessimismus auf ein berechtigtes Maß zurückzuführen, war, wie wir anfangs sagten, ein Zweck der vorstehenden Darstellung. Aus einer offenen Klarlegung der Verhältnisse sollte sich eine Antwort auf die Frage ergeben, ob der mit der Industrialisierung Palästinas eingeschlagene Weg aussichtsreich oder ob er ein Irrweg ist. Es gab in den Jahren des Aufschwungs in Palästina einen gewissen Optimismus, der sich als sehr gefährlich erwiesen hat. Er bestand in einer in vielen Wirtschaftskreisen, nicht nur in der Industrie, zur Gewohnheit gewordenen Spekulation »ä la hausse«, in einem Glauben, daß es »morgen« bestimmt besser sein würde als »heute«, daß Umsätze immer größer, Kosten immer geringer, Kredite immer leichter erhältlich werden würden. Man nahm die Schwierigkeiten des Augenblickes nicht so ganz ernst, weil man mit einer Verbesserung in der Zukunft sicher rechnen zu können glaubte. Der Konjunkturumschlag des letzten Jahres hat diesen seiner selbst allzu sicheren Optimismus Lügen gestraft. Er hat die auf dem Wege des Industrieaufbaus liegenden Schwierigkeiten schonungslos enthüllt und gezeigt, daß ihre Überwindung nicht von selbst, sondern nur durch mühevolle und ausdauernde Arbeit möglich ist. Die klare Erkenntnis dieser Schwierigkeiten zeigt aber gerade, daß ihre Überwindung möglich ist. Es sind keine prinzipiellen Hindernisse, sondern zeitbedingte Schwierigkeiten organisatorischer, finanzpolitischer und marktpolitischer Art, deren Lösung im Zuge der allmählichen Weiterentwicklung der Betriebe und durch Einsatz größerer Kräfte möglich ist. Der Gedanke der Industrialisierung Palästinas selbst ist gesund. Der Kreis der heute schon qualitativ befriedigenden und konkurrenzfähigen Erzeugnisse ist nicht klein und erweitert sich zusehends. Auch das Neuland, das die palästinensische Industrie betreten hat, ist, können wir abschließend sagen, »kultivierbar«, wie große Teile des heute noch ungenutzten landwirtschaftlichen Bodens des Landes, aber allerdings nicht im Wege »durchschnittlicher« Industriebetätigung wie in anderen, entwickelteren Ländern, sondern in einem mühevollen Erschließungsprozeß voll Aufwand an Arbeit und Geld. Der Berieht des Hilfsfonds (Emergency-Fund) von 1929 Von A. UIitzurt Jerusalem. Sieben Jahre nach den Augustunruhen des Jahres 1929 erschien (vorläufig nur in englischer Sprache) der Bericht des Emergency- Fund für die Zeit vom 1. September 1929 bis 31. Dezember 1934 unter Beigabe eines Finanzberichtes bis zum 30. Juni 1936. Und noch bevor der Bericht der weiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, waren wir Zeugen neuer Unruhen (1936). Wir geben nachstehend einen kurzen Auszug aus diesem Bericht. Im Dezember 1929 wurde eine Kommission zur Verwaltung des Fonds in Palästina ernannt, die aus drei Mitgliedern bestand: Oberst F. H. Kisch als Mitglied der Jewish

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.