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Palästina · 1937-04-01 · Heft 4 (April 1937) · p. Seite 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 4 (April 1937)
Article
Industrieprobleme 1937
Date
1937-04-01
Page
Seite 182 (sequence 7)
Language
German
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allem von der Palestine Corporation Ltd. und neuerdings der Palestine Industrial Bank (in Anlehnung an die Anglo-Palestine Bank), daneben auch gelegentlich von kleineren Privatbanken gepflegt wird. Da aber der Kreis der in Frage kommenden Waren beschränkt und auch die Form der Abwicklung (Lagerung in einem Warenlager der Bank) sehr unbequem ist, kann er keine große Bedeutung gewinnen. Die häufigste Form des kurzfristigen Kredits ist neben dem in kleinen Beträgen gegen Bürgschaften gewährten Solokredit der Wechseldiskont. Über die übertriebene und wirtschaftlich ungesunde Rolle, die die Finanzierung durch Wechseldiskont in Palästina spielt, ist häufig geschrieben worden. Man zahlt mit Wechseln fällige Schulden, z. B. eine Warenrechnung, aber man kassiert durch vorherige Wechselannahme auch künftige Ansprüche, z. B. eine Miets- oder eine Zinsforderung. Der Wechsel schiebt Zahlungstermine hinaus und rückt Inkassotermine näher heran. Er ist in der Industrie nicht häufiger als in allen anderen Wirtschaftszweigen, aber er ist auch hier das unentbehrliche, in allen seinen Möglichkeiten ausgenutzte Instrument der kurzfristigen Finanzierung. Mangel an eigenem oder langfristig geliehenem Kapital, Zugriffsmöglichkeit — manchmal zu leicht geboten — auf kurzfristige Kreditquellen, — aus dieser Situation mußten sich in vielen Fällen ungesunde Finanzverhältnisse entwickeln. Langfristige Geschäfte wurden mit kurzfristigen Kapitalien finanziert, deren Fälligkeit jeweilig hinausgeschoben oder durch Aufnahme neuer Schulden eingehalten wurde. Auch der sogenannte. »Finanzwechsel«, der illegitime Bruder des auf echten Warenumsätzer basierenden Warenwechsels, mußte manchmal in Anspruch genommen werden, wenn der Gang des regulären Geschäftes keine Unterlagen für eine Umlegung der Kredite bot. Es ist klar, daß ein solches, mit unzulänglichen Mitteln mühsam errichtetes Finanzierungssystem eines Unternehmens Erschütterungen durch unerwartete Wirtschaftsvorgänge besonders ausgesetzt ist. Absatzstockungen, Materialpreis- oder Zollerhöhungen, Kreditrestriktionen seitens der Banken, Verluste an Außenständen können den ganzen Bau ins Wanken bringen. Ihn aufrecht zu erhalten kostet schon in guten Zeiten, und erst recht in schlechten, ein unverhältnismäßig hohes Maß an Zeit, Nervenkraft Arbeit, ganz zu schweigen von der Zinsbelastung, die sich für die Betriebe aus dieser Art der Finanzierung ergibt. Aber der Zwang der Verhältnisse schreibt dem Indu striellen diesen Weg vor, von dem er sich nur durch allmähliches Hochbringen seinem Betriebes, das ihm erlaubt, Gewinne aufzuspeichern und neue Kapitalien heranzuziehen freimachen kann. 2. Absatzentwicklung 4. Die Umsätze der palästinensischen Industrie gehen seit einer Reihe von Jahren beständig aufwärts. Das gilt nicht nur für den Wert der gesamten Industrieproduktion, der sich ja in jedem Jahr auf eine größere Anzahl von Betrieben verteilt, sondern auch für den Durchschnittsumsatz, der auf den einzelnen Betrieb entfällt. Setzen wir dieser für das Jahr 1929 mit 100 an, so ergeben sich nach der Statistik der Jewish Agency für die Jahre 1933, 1934 und 1935 Verhältniswerte von 156, 168 und 184, das heißt Umsatzsteigerungen für die beiden letztgenannten Jahre gegenüber ihren Vorjahren von 7.7 und 9.4% 5. Auch im Krisenjahre 1936, für das statistische Angaben noch nicht 4 Siehe darüber auch den Artikel des Verfassers: »Marktpolitische Probleme der palästinensischen Industrie« im Jahrgang 1936, Seite 497 ff. 5 In einer solchen Durchschnittsstatistik wirkt sich natürlich auch die Tatsache aus, daß in den letzten Jahren verhältnismäßig mehr Großbetriebe entstanden sind als in früheren Jahren. Trotzdem kann sie als ein gewisser Anhaltspunkt benutzt werden, zumal eine Reihe von Einzelbeobachtungen ihr Ergebnis bestätigen.

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