Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 4 (April 1937)
- Article
- Die Wasservorräte Palästinas und ihre Nutzbarmachung
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 170 (sequence 2)
- Language
- German
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Ein dritter Teil versickert in den Boden. Eine gewisse Menge verbleibt in den höheren Schichten und wird von der Vegetation verbraucht. Der Rest versickert in tiefere Bodenschichten und speist die Grundwasservorräte des Landes. Ein Teil des Grundwassers tritt in Form von Quellen wieder zutage. Die verdunstete Wassermenge ist für die Wasserwirtschaft eines Landes verloren. Nutzbar gemacht werden können nur der Regenwasserabfluß, Grundwasser, Quellwasser und perennierende Wasserläufe. Speickerung der Regensturmfluten. Die Wassermengen, welche in Palästina nach Starken Regenfällen in den Wadis abfließen, sind manchmal sehr beträchtlich. Man hat sich daher schon lange die Frage vorgelegt, wie man diese nutzlos ins Meer fließenden Wassermengen nutzbar machen kann. Es sei nun aber von vornherein betont, daß der Abfluß von Regensturmfluten. in Wadis, welche fast ausnahmslos unmittelbar nach dem Regen aufhören, keinerlei Gewähr dafür bietet, daß man diese Wassermengen für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar machen kann. Auch die Tatsache, daß in früheren Perioden möglicherweise viel mehr Wasser aufgespeichert wurde als heute, hat keine absolute Beweiskraft; die damaligen Anlagen wurden größtenteils durch Sklavenarbeit errichtet und waren, für unsere heutigen Begriffe, meist von unwirtschaftlich kleinem Ausmaß. Es dürfte nach der Erfahrung des Verfassers schwer fallen, in Talsperren gespeichertes Regenwasser zu einem Preise zur Verfügung zu stellen, der für die Landwirtschafr noch tragbar ist. Eine weitere, vielleicht noch größere Schwierigkeit ist in der großen Unregelmäßig keit der Regensturmfluten begründet. Man kann allerdings annehmen, daß, als Mitte! einer Periode von vielen Jahren betrachtet, 6 bis 10% der jährlichen Niederschlagsmenge oberflächlich in den Wadis als Regensturmfluten abfließt. Es ist zu hoff er. daß die Untersuchungen, welche die Regierung in dieser Richtung eingeleitet hat, in: Laufe der Zeit wesentliches Material für die Fixierung des Abflußkoeffizienten ergeben wird. In manchen Jahren machen die Sturmfluten in den Wadis einen höheren Prozen - satz der Niederschläge aus, während sie in anderen Jahren zurückgehen und sog<: praktisch gleich null sind. Letzteres tritt in Jahren vorwiegend leichter und geringer Regenfälle ein. (Beispiele: 1931/32; 1932/33; 1935/36.) Es ergibt sich daher, daß in Dürrejahren, in welchen der Bedarf an Wasser für Bewässerung besonders groß wirr., die Talsperren leer sind. Auf einer so unzuverlässigen Wasserversorgung kann mar. schwerlich eine intensive Landwirtschaft aufbauen. Wie dem Verfasser bekannt wurd: bestätigt das Ergebnis derartiger Anlagen in Indien diese Anschauung. Speicherung von Regenwasser für Bewässerungszwecke kann daher keine allgemein Sicherung der Wasserversorgung des Landes bieten. Es bleibt jedoch zu hoffen, daß in einzelnen beschränkten Gebieten Talsperren von Erfolg sein können. In Fraukommen hierfür vor allem die wenigen Täler, in denen perennierende Wasserläui oder zumindest solche, welche regelmäßig den Winter und das Frühjahr hindur fließen. Außerdem können möglicherweise erfolgreiche Anlagen in solchen Gebiet:" errichtet werden, welche nach geringen Regenfällen schon einen nennenswerten Abfl;:> aufweisen und in denen außerdem die Jahresregenmenge einigermaßen konstant i; Solche Gebiete sind im Bezirk Safed zu vermuten. Unterirdische Wasservorräte. Es bleibt die Behandlung desjenigen Teiles de: Niederschläge, welcher in den Boden versickert. Während eine gewisse Menge in den obersten Bodenschichten haften bleibt und dort entweder verdunstet oder von der Ve-