Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Die Königliche Kommission
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 137 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Aufnahmefähigkeit jedes Landes hänge weitgehend von dem Menschenmaterial sowie von dem politischen Regime ab. Palästina liegt am Kreuzungspunkt zweier Hauptverkehrsadern dieser Hälfte der Erdkugel. Ein Land in solcher geographischer Lage sei vorausbestimmt, eine außergewöhnlich hohe Bevölkerungsdichte zu erlangen. Es besteht nicht der geringste Zweifel darüber, daß dieser Erdenwinkel angesichts der fortschreitenden Entwicklung Asiens und Afrikas in der nächsten Generation sehr dicht bevölkert sein wird. Bei einer Bevölkerungsdichte wie in Sizilien könnten dort 12 Millionen, bei einer solchen wie in Belgien 18 Millionen leben. Wie groß die Bevölkerungszahl sein werde, könne er nicht genau sagen; aber er glaube, daß diese Anschauung von der Fassungskraft des Landes endgültig mit der Vorstellung aufräume, daß jemand an Verdrängung der gegenwärtigen nichtjüdischen Bevölkerung denke. Die Königliche Kommission habe bereits eine Schilderung der Lage der Juden in der Welt gehört. Er wolle hierzu keine Einzelheiten wiederholen, aber darauf hinweisen, daß von einem Sonderberichterstatter der »New York Times« die Lage der Juden, insbesondere in Osteuropa, als eine Katastrophe von historischem Ausmaß bezeichnet worden ist. Es gehe darum, Millionen Menschen zu retten. Er wolle ein schreckliches Geständnis machen: Was hier gefordert werde, sei kein Maximum für einen Anfang; es sei ein unvermeidliches Minimum. Zum Beweis für seine Behauptung, daß die britische Regierung vollkommen verstanden habe, was die jüdischen zionistischen Aspirationen in Palästina bedeuten, zitierte Jabotinsky Stellen aus Veröffentlichungen des Foreign Office aus dem Jahre 1917. Er erinnerte daran, daß in der an Lord Rothschild gerichteten Erklärung Lord Balfours die Zustimmung des Britischen Kabinetts zu den zionistischen Bestrebungen und die Sympathie mit ihnen zum Ausdruck gebracht worden sind und er behauptete weiter, daß der Sinn des Ausdrucks »Nationalheim für die Juden« durchaus klar war. Das Mandat selbst habe in seiner Präambel festgestellt, daß die alliierten Mächte die Gründe für die Wiederherstellung eines Jüdischen Nationalheims in Palästina anerkennen. Churchill, Ramsay Macdonald, Lord Cecil und General Smuts hätten dieselbe Auffassung über den Ausdruck »Jüdisches Nationalheim« gehabt. Churchill habe in seinem 1922 veröffentlichten Weißbuch keinen Satz und kein Wort geschrieben, durch das die Umwandlung Palästinas in ein Land mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit präjudiziert werden könnte. Auch das Mandat für Transjordanien enthalte nichts, was jüdische Kolonisation ausschließt. Es wäre zu erwarten gewesen, daß eine zivilisierte Regierung, wenn sie dem jüdischen Volk diese Zusagen gemacht hat, sich hinsetzen und einen Plan ausarbeiten würde. Man hätte von der Regierung erwarten können, daß sie Pläne ausarbeiten würde für die Entwicklung einer Industrie, die einer Einwanderung großen Stils den Boden bereiten und den Eingewanderten Existenzmöglichkeiten bieten könnte und solche Beamte auswählen, die dem Plan der Errichtung eines Jüdischen Nationalheims mit Sympathie gegenüberstehen. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie tief enttäuscht wir waren. Wir sahen, daß man eine Politik des Fortwursteins sich zu eigen machte. Wir haben unter diesem Mangel eines Systems und der entschiedenen Abneigung gegen Planung schwer gelitten. Wir haben auch gelitten, als man uns auf unsere Beschwerden antwortete, »der Mann an Ort und Stelle wisse es besser«. Ich bemerke, daß die Verwaltung in Palästina zum großen Teil mit Personen besetzt