Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1937-03-01 · Heft 3 (März 1937) · p. Seite 123

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 3 (März 1937)
Article
Problem des Staatskredites für Landwirte in Palästina
Date
1937-03-01
Page
Seite 123 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379953-2379957-2410510--24575-2410704
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3. Gewisse palästinensische Institute, wie die Arbeiterbank, »Nir« usw., sollten auch als Teilhaber herangezogen werden. 4. Die Gesellschaft sollte mit bestehenden landwirtschaftlichen Genossenschaften zusammenarbeiten und helfen, neue zu errichten. Die Erfahrung hat gelehrt, daß solche Genossenschaften außerordentlich wertvoll sind. Im Laufe der Zeit würden sich die örtlichen Genossenschaften von verschuldeten Darlehensnehmern der Bank zu ihren aktiven Teilhabern entwickeln. 5. Der Vorschlag des Herrn Strickland, die Schulden der Fellachen auf die ursprüngliche Summe zuzüglich angemessener Zinsen herabzusetzen, sollte in die Praxis umgesetzt werden. Das ist zweifellos ein Problem der Gesetzgebung, aber ohne seine Lösung ist ein Fortschritt unmöglich. Die landwirtschaftliche Hypothekargesellschaft beginnt ihre Tätigkeit in einer Periode, wo zwei Tendenzen in der palästinensischen Landwirtschaft erkennbar sind. Die Herausbildung einer kapitalistischen »Pflanzer«-Klasse und der Beginn des Zusammenbruchs des arabischen Feudalismus. Dem entgegengesetzt geht bei den Juden die Schaffung einer starken Landarbeiterbewegung, begleitet von einer Ablehnung des Privatbesitzes, einer Betonung der Selbstarbeit und genossenschaftlichen Arbeit und gegenseitiger Hilfe beim Gemeineigentum an Boden, Maschinen usw. vor sich. Im arabischen Dorf ist der feudale Einfluß noch stark und die Feudalherren sind noch die Beschützer des Fellachen. Sowohl der Fellache als auch der jüdische Landwirt brauchen Kredite. Die Erfahrungen, die in anderen Ländern mit Landwirtschaftsbanken gemacht wurden, waren nicht sehr vielversprechend. Es ist bekannt, daß im zaristischen Rußland die Agrarbank nur den Gutsherren von Vorteil war. In den Vereinigten Staaten hat der Landwirtschaftskredit vor Roosevelt den mittleren und kleineren Farmern nicht viel genützt; in Deutschland wurde er hauptsächlich zur »Osthilfe« für die pommerschen Junker. In Ägypten, wo eine Anzahl von Kreditinstituten für die Landwirtschaft besteht, ist die Lage der Fellachen schlechter denn je und wird von Jahr zu Jahr ärger. Welche Gewähr besteht dafür, daß just in Palästina das Zentrale Kreditinstitut für die Landwirtschaft nicht seine Vorteile bloß den reicheren Elementen zukommen lassen wird? Die Antwort auf diese Frage hängt von drei Faktoren ab: vom Willen der Landwirte, von der Hilfe der Regierung und vom guten Willen der Gesellschaft. Die Resultante aus diesen drei Kräften wird erst in der Zukunft, vielleicht nicht einmal in der nächsten Zukunft, erkennbar sein. Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschließung in Palästina Von Dr. A. Loehnberg und Dipl.-Ing. A. Loewenstein, Jerusalem. (Schluß K) II. Ergebnisse geophysikalischer Untersuchungen für die Lösung allgemeiner Fragen der Wassererschließung aus dem Untergrund in Palästina. 1. Zur Frage der Mächtigkeit der Schichten in den Ebenen. Obschon gegenwärtige und zukünftige Kolonisationspläne dahin streben, die gebirgigen Teile des Landes in stärkerem Maße als Siedlungsgelände heranzu- 1 Siehe »Palästina« Nr. 2. Auf Seite 67, Zeile 4 soll es richtig Beth Affa heißen, statt Beth Alfa.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.