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Palästina · 1937-03-01 · Heft 3 (März 1937) · p. Seite 119

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 3 (März 1937)
Article
Problem des Staatskredites für Landwirte in Palästina
Date
1937-03-01
Page
Seite 119 (sequence 2)
Language
German
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Die A. P. B. (Anglo-Palestine Bank) hat erst vor kurzem begonnen, Interesse für landwirtschaftliche Kredite zu zeigen. Sie war jahrelang in erster Linie eine Handelsbank und ihre Stellung als zentrales Finanzinstitut des jüdischen Wirtschaftslebens ist verhältnismäßig neu. 30.000 £P wurden von der A.P.B, für landwirtschaftliche Zwecke bewilligt, 10.000 £P dem »Haboker« zum Ankauf von Milchkühen und 20.000 £P für die Ausdehnung des Gemüsebaues und für die Konvertierung von Anleihen, die bis jetzt schwer auf den Gemüsebauern lasteten. Diese 20.000 £P wurden zu 5% Zinsen, rückzahlbar in 48 Monatsraten, gegeben. Die Festsetzung dieses relativ niedrigen Zinsfußes beweist, daß die Bank die Bedürfnisse der Landwirtschaft begriffen und eingesehen hat, daß die produktive Verwertung der Kredite einen niedrigen Zinsfuß zur Voraussetzung hat. Das Wirken der Zentralbank für genossenschaftliche Anstalten ähnelt stark dem der Arbeiterbank, obwohl es in seinem Anfang begrenzt ist; auch ihre Tätigkeit erstreckt sich auf ein weites Gebiet. Aus verschiedenen Gründen, die wir hier nicht erörtern wollen, können sich die »National Farmers' Bank« und die »Farmers' Association Bank«, zumindest augenblicklich, nur in begrenztem Maße an der Gewährung landwirtschaftlicher Kredite beteiligen. Schließlich müssen noch die zionistischen Fonds erwähnt werden. Die in dieser Hinsicht hauptsächlich vom Keren Hajessod geleistete Arbeit bezog sich — und wohl mit Recht — mehr auf die Finanzierung neuer Siedlungen als auf die Bewilligung von Krediten für die alten. Jetzt, da die Siedlungen angefangen haben, ihre Schulden abzuzahlen, kann diese Arbeit intensiviert werden, doch ist dies keine Lösung der besonderen Frage, mit der wir uns hier befassen. Aus dieser Übersicht ergibt sich, daß, von gewissen zwar lobenswerten, aber unsystematischen und zusammenhanglosen Leistungen abgesehen, die Frage des landwirtschaftlichen Kredites nicht einmal von den Juden selbst befriedigend angepackt wurde. Und wenn dies sogar bei den Juden der Fall ist, ist es nicht schwer zu verstehen, daß die Lage bei den Arabern, die das Rückgrat und die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Bevölkerung bilden, noch viel unbefriedigender ist. Die Lage der arabischen Fellachen ist kurz und prägnant in der folgenden Darlegung zusammengefaßt: »Dem Bauern wird kein Kredit gewährt, der ihn vor der Notwendigkeit schützen würde, Zuflucht bei Geldverleihern zu suchen. Folglich ist er nicht imstande, günstige Bedingungen abzuwarten, denn sein Ernteertrag wird vom Geldverleiher, dem er wucherische Zinsen schuldet, in Beschlag genommen, sobald er auf der Tenne erscheint. Der Bauer muß sich, da er auf diese Weise den größten Teil seiner Ernte verliert, von neuem an den Geldverleiher wenden, der oft ein Getreidehändler ist, um Saatgut für das nächste Jahr zu erhalten und um den Lebensunterhalt für seine Familie zu sichern. Er braucht Kreditbedingungen, die es ihm ermöglichen, seine Schulden zurückzuzahlen und die Übernahme ruinöser Verpflichtungen zu vermeiden. Dann vermag er seine Produkte günstig auf den Markt zu bringen. Forderungen der Landwirtschaft, welche Bedürfnisse der Menschen und Tiere erfüllen, dürfen nicht übersehen werden1.« Es ist richtig, daß in den letzten Jahren einige Dutzend arabische landwirtschaftliche Genossenschaften gegründet wurden, denen die Regierung zehn- bis zwölfjährige Anleihen gewährt hat, aber dies hat bisher nicht hingereicht, um diese Frage zu lösen. Die Frage des landwirtschaftlichen Kredites ist in Palästina besonders ernst. Das Wachsen der Bevölkerung und die allmähliche Verminderung der unbebauten Boden- 1 Government of Palestine, Committee on the economic condition of agriculture in Palestine and the fiscal measures of Government in relation thereto. 1933 p. 4.

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