Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 3 (März 1937)
- Article
- Bodenwucher und Bodenspekulation
- Date
- 1937-03-01
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
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gangs erwähnte »Notlage auf dem Bodenmarkt« verursacht hatten. Im notwendigen Kampf gegen Bodenwucher und Bodenspekulation werden außer den vorgeschlagenen Mitteln auch noch weitere Mittel ins Auge zu fassen sein, wenn die vorgeschlagenen allein nicht ausreichen sollten. Aber so wichtig und notwendig es ist, die Auswüchse eines ungehemmten Kapitalismus zu bekämpfen, so falsch wäre es doch, die Privatinitiative bei der Bodenerschließung auszuschalten und auf die großen Kräfte verzichten zu wollen, über die wir in Form von Privatkapitalien und in Form von Erfahrungen bei unseren Kaufleuten und Ingenieuren verfügen. * * * Nachbem. der Red. Wir werden im Anschluß an diesen Artikel noch darauf aufmerksam gemacht, daß auch die Kreditgebarung unserer Bankinstitute ernster Kritik bedarf. Es sollte zum Beispiel nicht vorkommen, daß Landgesellschaften, deren Tätigkeit sehr verschieden beurteilt wird, Kredite von über 70.000 £P bekommen. Solche Dinge sind umso gravierender, als Kongreßbeschlüsse vorliegen, die solche Einzelkredite verbieten. Problem des Staatskredites für Landwirte in Palästina Von Dr. I. Gelfat, Tel Aviv. Die Politik der Palästinaregierung ist bisher hinsichtlich der landwirtschaftlichen Kredite eine zufällige und bürokratische gewesen. Diese Politik ist nicht zielbewußt und verfolgt keinen klaren Plan; die Notwendigkeiten der jüdischen Landwirtschaft wurden außer acht gelassen. Es wurde kein anpassungsfähiger Apparat geschaffen, sondern man hat die Kreditverwaltung in die Hände von Regierungsbeamten gelegt, die weder über besonderes Fachwissen verfügen noch Sympathie oder Einsicht für die Erfordernisse und Probleme des palästinensischen Landwirtes haben. Man muß zugeben, daß sich die Juden in dieser Hinsicht in etwas besserer Lage befinden als die Araber. Die Ansiedlung jüdischer Arbeiter wurde durch die Arbeiterbank und »Nir« finanziert; die Anglo-Palestine Bank beteiligt sich jetzt gleichfalls an der Finanzierung der Landwirtschaft; die »Zentralbank für genossenschaftliche Anstalten« gewährt schon seit vielen Jahren Bodenkredite. Zwei neue landwirtschaftliche Kreditinstitutionen — »The Farmers' Association Bank« und »The National Farmers' Bank« — sind kürzlich geschaffen worden. Alle diese Institutionen zusammen ermöglichen wenigstens eine Teil lösung der Frage des Kredites für jüdische Landwirte. Aber das Wort »Teil«-Lösung muß stark betont werden. Keine vollständige Lösung wurde bis jetzt erreicht. Jede dieser Einrichtungen weist gewisse Mängel auf. Die Arbeiterbank konzentriert sich nicht auf Landwirtschaft allein, sie ist das zentrale Finanzinstitut für die wirtschaftliche Tätigkeit der Arbeiterschaft in Palästina überhaupt, für Konsumenten und Produzenten, Genossenschaften, Wohnbaugesellschaften, Anstalten für Bau- und öffentliche Arbeiten usw. usw. Die Verschiedenartigkeit ihrer Aufgaben macht es dieser Bank unmöglich, den Ansprüchen der arbeitenden Landwirte gerecht zu werden. Mit der Arbeiterbank sind eine Reihe von Darlehens¬ und Spargesellschaften verbunden, die aber größtenteils Personalkredite gewähren, deren Bedingungen die bestmöglichen Resultate unmöglich machen, die eine spezielle Landwirtschaftsbank erzielen könnte. Obwohl die Tätigkeit der »Nir« ausgezeichnet ist, litt diese Gesellschaft von Zeit zu Zeit unter Kapitalknappheit und war daher nicht in der Lage, sich mit ganzer Kraft in diesem speziellen Gebiet einzusetzen.