Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Bank- und Kreditwesen
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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derartige Liquiditätsberechnung problematisch, da zweifelhaft ist, ob der Wechselbestand in vollem Umfang als liquid anzusehen ist; auch die Investitionen dürften nicht ausschließlich täglich realisierbare Regierungssicherheiten umfassen. Der Depositenbestand erreichte Ende April 1936 die Höhe von 14.62 Millionen £P und betrug Ende Mai 14.72 Millionen £P; seitdem ging er von Monat zu Monat leicht zurück und verringerte sich bis Ende November 1936 auf 14.14 Millionen £P. Insgesamt beträgt der Depositenverlust seit Ende Mai also 0.58 Millionen £P. Die Verpflichtungen gegen palästinensische Banken und vor allem der Auslandsbanken gegen ihre Zentralen oder Filialen im Ausland haben sich seit Ende März sehr stark erhöht, andererseits verringerte sich die undefinierbare Position »Andere Passiva« von 2.46 auf 0.66 Millionen £P. Die Bilanzverkürzung seit dem 31. März 1936 macht rund 1 Millionen £P aus. Auf der Aktivseite haben sich die Bankguthaben erheblich verringert, auch die Wechseldiskonte sind etwas zurückgegangen, während sich die sonstigen Darlehen um rund 1 Millionen £P erhöhten, auch die Investitionen stiegen um % Million £P. Die Unruhen haben den Bilanzstatus der Banken also nicht sehr stark tangiert, gewisse Verschiebungen dürften zum Teil banktechnischer Natur sein. Wohl ist aber durch die Auswirkung der Unruhen die Depositenentwicklung zum Stillstand gekommen und hat sogar einen leichten Rückschlag erfahren. Die Wirtschaftskredite (diskontierte Wechsel und sonstige Darlehen) sind insgesamt sogar etwas erweitert worden. Die Entwicklung des Depositenbestandes seit dem Jahre 1932* Die vorstehenden Bilanzziffern umfassen nicht die Kreditgenossenschaften, die über nicht unerhebliche Depositenbestände verfügen. Per 31. Oktober 1936 betragen die Depositenbestände von 102 jüdischen Kreditgenossenschaften 2.64 Millionen £P, so daß sich per 31. Oktober 1936 ein gesamtes Depositenvolumen von 17.08 Millionen £P ergibt. Über den Depositenbestand der letzten Jahre liegen Schätzungen vor, so daß sich die Depositenentwicklung seit dem Jahre 1933 annäherungsweise übersehen läßt. Die Schätzungsziffern können naturgemäß keinen Anspruch auf Genauigkeit erheben, sie dürften aber einigermaßen zutreffend sein. Die Kombination der Schätzungsziffern für die Jahre 1933 bis 1935 mit den letzten Bilanzziffern ergibt folgendes Bild: 31. März 1933 (Schätzung) .... 7,000.000 £P 31. März 1934 „ .... 12,500.000 £P 31. März 1935 „ .... 16,000.000 £P 31. März 1936 (Bilanzziffer) .... 16,775.000 £P* (Schätzung: 17,000.000£P) 30. November 1936 (Bilanzziffer) . . . 16,780.000 £P1 Während sich der Depositenbestand im Jahre 1933/34 nach den Schätzungsziffern um 5.5 Millionen £P erhöhte, stieg er 1934/35 um 3.5 Millionen £P, 1935/36 nach den Schätzungsziffern aber nur noch um 1 Million £P, nach den kombinierten Schätzungs- und Bilanzziffern um nur rund % Million £P. Zweifellos war die Kapitaleinwanderung gerade in den Jahren 1934 und 1935 am stärksten. Wenn sich der Depositenbestand in diesen beiden Jahren in ständig abnehmendem Maße erhöhte, so ist das darauf zurückzuführen, daß die Investitionstätigkeit in den Jahren 1934 und 1935 einen immer größeren Teil des Kapitalimportes absorbierte. Für das Jahr 1936 ergibt sich praktisch keine Erhöhung des Depositenbestandes mehr — es wäre sogar nicht überraschend, wenn sich der Depositenbestand gegenüber Ende März dieses Jahres reduziert hätte, da die Kapitaleinwanderung seit dieser Zeit die Investitionen kaum 1 Die Depositen der Kreditgenossenschaften sind mit dem per 30. Oktober 1936 veröffentlichten Betrag eingesetzt, die Abweichungen dürften kaum erheblich ins Gewicht fallen.