Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1937)
- Article
- Der Einfluß sozialer Mißstände auf den Gesundheitszustand der Studierenden
- Date
- 1937-02-01
- Page
- Seite 76 (sequence 3)
- Language
- German
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In Krankheitsfällen, in denen eine Überführung ins Krankenhaus nicht dringend notwendig, aber zweckmäßig wäre, ist eine solche teils aus Mangel an Mitteln, teils wegen der chronischen Bettennot in den Spitälern Jerusalems fast nie durchführbar. Aber für die Hauspflege ergeben sich die größten Schwierigkeiten, teils wieder aus Mangel an Mitteln, teils weil der Kranke meist auf sich selbst angewiesen ist. Der mit ihm zusammen wohnende Kollege kommt erst am Nachmittag nach Hause, der Kranke kocht sich selbst auf primitiven Apparaten die Suppe, oft kommt das Kochen, der Umschlag u. dgl. überhaupt nicht zustande, die Medizin wird erst abends besorgt usw. Handverletzungen bei Bauarbeitern bilden den größten Teil der Verletzungen. Daß die Wunden meist infiziert sind, beruht auf denselben Gründen wie die Verbreitung der Furunkel. Statistik und ärztliche Beobachtung stützen die Forderung nach Beschaffung von Mitteln zur Besserung der Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse der Studierenden und zur Förderung von Turnen und Sport. Die Königliche Kommission1 Herr M. Smilansky erschien am 4. Jänner vor der Königlichen Kommission in einer geschlossenen Sitzung. Die Finanzgebarung Tel Avivs. Am 5. Jänner wurde Herr Rokach, Vizebürgermeister von Tel Aviv, vernommen. Die Kommissionsmitglieder richteten an ihn eine Reihe von Fragen über das Budget der Stadtverwaltung. Herr Rokach beschwerte sich über die langsame Prozedur der Regierung, die stets sehr lange auf ihre Bestätigung von Ausgabenposten der Stadtverwaltung über 250 £ warten lasse. Über die Schaffung eines Hafens für Tel Aviv erklärte der Zeuge, daß eine Vereinigung der Häfen von Tel Aviv und Jaffa mit einem Zugang vom Norden Tel Aviv aus, seines Erachtens praktisch undurchführbar sei. Tel Aviv müsse wegen der Unsicherheit, die für Juden in Jaffa bestehe, einen eigenen Hafen haben. Herr Rokach wies darauf hin, daß Tel Aviv verhältnismäßig weniger Hilfe von der Regierung erhalte als andere Städte und Dörfer im Lande. Die Tel Aviver Bevölkerung sei gezwungen, 18% ihrer Miete für städtische Dienste abzugeben: in anderen Ortschaften sei der Prozentsatz erheblich niedriger. Die Kommissionsmitglieder berührten die Frage der Million-Pfund-Anleihe für Tel Aviv, worauf Herr Rokach auf die großen Vorteile einer solchen hinwies; er setzte auseinander, daß die städtischen Dienste dadurch sowohl erweitert als auch gefestigt würden und daß durch den Fortfall des Zinsendienstes für kurzfristige Anleihen bedeutende Beträge erspart werden könnten; so würde für das Schulwerk die Ersparnis allein 8500 £ jährlich betragen. Zum Schluß behandelte Herr Rokach die Frage des Soldes der Tel Aviver Polizei; die Regierung trage nur 6 £ monatlich pro Mann bei. Die Auslegung des Mandats« Am 5. Jänner erschien Herr Leonard Stein wiederum vor der Königlichen Kommission. In Beantwortung einiger Fragen von Lord Peel bezüglich der wörtlichen Aus- * Siehe Nr. 12/1936, S. 613, und Nr. 1, S. 15.