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Palästina · 1937-01-01 · Heft 1 (Januar 1937) · p. Seite 37

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 1 (Januar 1937)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1937-01-01
Page
Seite 37 (sequence 4)
Language
German
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vom jüdischen Standpunkt das größte Interesse daran besteht, daß die Königliche Kommission sich die bisher von der englischen Regierung vertretene und 1930 auch von der Mandatskommission des Völkerbundes akzeptierte Auffassung zu eigen macht, daß zwischen den zwei Teilen des Mandats (den Verpflichtungen gegenüber den Juden und den Verpflichtungen gegenüber den Arabern) kein Widerspruch besteht. Alle Aufmerksamkeit ist jetzt auf den Bericht der Königlichen Kommission gerichtet. Von manchen Seiten wird befürchtet, daß die Araber einen neuen Aufstand entfesseln werden, um vor Abschluß des Berichtes zu demonstrieren, daß sie sich mit der jüdischen Einwanderung nicht abfinden. Die englische Regierung ist bei ihrer Entscheidung völlig frei, da der Bericht der Königlichen Kommission keine verbindliche Kraft hat. Von jüdischer Seite wird gewiß alles aufgeboten werden, um die Notwendigkeit einer ungestörten Fortsetzung der Politik des jüdischen Nationalheims darzutun. Der Abschluß der englisch—italienischen Einigung über die Mittelmeer-Fragen kann eine günstige Lösung erleichtern, weil er die Nervosität im östlichen Mittelmeer verringert und den Arabern die Hoffnung nimmt, im Spiel der rivalisierenden Mächte Vorteile erlangen zu können. Es wäre wünschenswert, daß eine ruhigere Atmosphäre entsteht, in der die Probleme nochmals überprüft werden können. Denn wenn so harte Gegensätze aufeinanderstoßen, muß, am besten unter der Ägide einer starken Regierungsgewalt, der Versuch eines Ausgleichs immer wieder unternommen werden, damit im Interesse beider Völker ein segensreicher Aufstieg und Wohlstand des Landes planmäßig herbeigeführt werden kann. WIRTSCHAFT. Von Dr. Alfred Michaelis, Tel Aviv. Die allgemeine Konjunkturlage am Jahresende 1936. Konjunkturbetrachtungen in Palästina sind noch immer weitgehend »Gefühlssache«. Trotz der Entwicklung, die die palästinensische Wirtschaftsstatistik im Verlaufe dieses Jahres durch das neu geschaffene Statistische Amt der Regierung erfahren hat, weist die statistische Erfassung der wirtschaftlichen Tatsachen gerade auf den wichtigsten Gebieten nach wie vor weite Lücken auf: über die aktuelle laufende Entwicklung der industriellen Produktion verfügen wir kaum über greifbare statistische Anhaltspunkte, das Gleiche trifft auf die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion zu. Allgemein läßt sich sagen, daß die industrielle Entwicklung des Landes im Jahre 1936 stagniert hat. Die im Herbst 1935 im Zusammenhang mit dem italienisch-abessinischen Kriege einsetzende Depression schien zu Anfang dieses Jahres überwunden zu werden — bis der Ausbruch der Unruhen dazwischen kam. Der wirtschaftliche Depressionszustand, in dessen Zeichen das Jahr 1936 stand, ließ auf industriellem Gebiete keine Belebung und Aktivität aufkommen, so daß größere Neugründungen unterblieben sind. Das industrielle Produktionsprogramm des Landes hat im Verlaufe dieses Jahres vor allem durch die Palestine Brewery Ltd. in Rischon-le-Zion und die Baumwollspinnerei und -weberei in Kfar Atta, die beide Anfang des Jahres die Produktion aufnahmen und mit Erfolg arbeiten, eine Erweiterung um zwei bedeutsame Positionen erfahren. Dem steht aber gegenüber, daß im Zusammenhang mit dem Rückgang der Bautätigkeit ein Produktionsrückgang der Baumaterialindustrie zu verzeichnen ist, obwohl der verminderte Bedarf an Baumaterial in erster Linie durch verminderten Baumaterialimport ausgeglichen wurde. Die Nahrungsmittelindustrie dürfte ihr Produktionsvolumen gut gehalten haben, da der Nahrungsmittelkonsum trotz der Rückwirkungen der Depression auf die Einkommensverhältnisse nicht zurückgegangen ist. Auch in diesem Jahre der verringerten Einwanderung ist die jüdische Bevölkerung um zirka 10% angewachsen. Sogar der Nahrungsmittelimpört hat sich trotz des scharfen allgemeinen Importrückganges auf

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