Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Jewish Agency. Von Spectator.
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 2)
- Language
- German
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Generation, großenteils nach 1917 aufgewachsen, ist entschlossen, mit vollem Einsatz um ihre politischen Rechte zu kämpfen. Dazu kommt die Tatsache, daß die Weltsituation, die etwa 15 Jahre nach dem Friedensschluß als stabil gelten konnte, heute recht schwankend geworden ist und jede Großmacht mit Verwicklungen und Erschütterungen rechnen muß. Das Jahr 1936 mit den Auswirkungen des abessinischen Krieges nach Palästina war ein Warnungssignal. Dde Frage nach den jüdischen Vorschlägen in bezug auf das künftige staatsrechtliche Verhältnis von Juden und Arabern in Palästina ist innerhalb der zionistischen Reihen oft diskutiert worden. Einen Höhepunkt erreichte bekanntlich diese Situation nach den Unruhen des Jahres 1929, die bereits die Dringlichkeit eines jüdisch-arabischen Ausgleichs überaus deutlich gezeigt haben, wenn man nicht die Zukunft des jüdischen Nationalheims schweren Gefahren aussetzen wollte. Diese Gefahren bestehen nicht nur in der Möglichkeit ständiger neuer arabischer Angriffe, die, abgesehen vom Verlust an Leben und Gut, auch die für die Fortsetzung der Einwanderung unentbehrliche Palästina-Stimmung beeinträchtigt; sondern sie liegen auch auf wirtschaftlichem Gebiete, da eine dichte Besiedlung Palästinas nur durch Ausbau einer Industrie möglich ist, die mit ihrem Absatz auf die arabischen Nachbarländer angewiesen ist, und schließlich liegt die Hauptgefahr in der Entstehung des Gefühls einer »Erbfeindschaft« zwischen den beiden Völkern, die bei künftigen kriegerischen Verwicklungen für das ganz von arabischen Ländern eingeschlossene jüdische Nationalheim zum Verhängnis werden könnte. Die Versuche, die Voraussetzungen für einen jüdisch-arabischen Ausgleich zunächst durch eine entsprechende Formulierung der jüdischen Ziele zu schaffen, sind damals fehlgeschlagen. Auch Dr. Weizmanns Versuch auf dem Zionistenkongreß von 1931 führte nur zu seiner Entfernung vom Präsidentenstuhl. Die Diskussion von 1936 ist nicht viel fruchtbarer gewesen. Die Formel, daß »keines der beiden Völker herrschen und keines beherrscht werden soll«, ist zwar auch diesmal proklamiert worden, genügt aber kaum als konstruktiver Vorschlag. Die Sitzung des Aktionskomitees im August des Jahres 1936, die unter dem Eindruck drohender Einwanderungsbeschränkung stand, hatte nicht die Muße, sich diesem Problem zuzuwenden. Und der vom Aktionskomitee eingesetzte palästinensische Ausschuß, das sogenannte »Kleine Aktionskomitee«, hat anscheinend in seinem Kreise die Frage der jüdischen Haltung zu dem Problem (nicht etwa das Problem selbst, denn dies liegt nicht in seiner Macht) nicht zur Entscheidung bringen können. Die über die Sitzungen dieser Körperschaft veröffentlichten Berichte geben kein klares Bild. Die Behauptung, das Kleine Aktionskomitee habe sich mit Stimmenmehrheit dafür ausgesprochen, daß die jüdischen Vertreter das Prinzip der staatsrechtlichen Parität beider Völker befürworten, wurde später dementiert. Das Kleine Aktionskomitee stellte sich anscheinend auf den Standpunkt, daß überhaupt nichts gesagt werden soll, oder doch etwas möglichst Verschwommenes. Diese Haltung übersieht unseres Erachtens völlig die Notwendigkeit einer erneuten Gewinnung der öffentlichen Meinung in England, ohne deren Hilfe der Zionismus heute weniger durchführbar ist als je. Die Jewish Agency hat der Königlichen Kommission eine Denkschrift von 300 Seiten vorgelegt, in der auch eine Definition der zionistischen Politik gegeben wird. Dieses Kapitel ist auf den Nachweis abgestellt, daß die Zionisten niemals etwas anderes gefordert haben als eine paritätische Stellung in Palästina und daß sie den Gedanken eines Judenstaates verwerfen. In dieser Denkschrift wird also von der Exekutive eine Anschauung vertreten, die im Kleinen Aktionskomitee — ebenso wie überhaupt innerhalb der zionistischen Gremien noch sehr umstritten ist. Das betreffende Kapitel des Graubuches schließt mit der Interpretation, die Achad Haam in seiner bekannten Vor-