Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1937)
- Article
- Zur Kritik der arabischen Bewegung
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 9)
- Language
- German
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weil Palästina tatsächlich ein englisches Eroberungsland ist und hier eine Basis für die militärische Sicherung der Verbindungen im Britischen Imperum errichtet wird. Ohne ein Zusammenwirken mit dem Zionismus ist die arabische Bewegung völlig der Gnade eines fremden Imperialismus ausgeliefert, der bestrebt ist, das Maximum an Nutzen aus dem Orient für den Okzident herauszuschlagen. Der Zionismus aber ist bestrebt, das Maximum an Fortschritt und Kulturgütern aus dem Westen in den Osten zu bringen, dort seine besten Aufbaukräfte, Pioniere und Kapitalien, die neuesten Errungenschaften und große nationale Kulturwerte zu investieren. Die Zukunft der Juden in Palästina und das Gelingen ihres Werkes hängt mit einer friedlichen, fortschrittlichen und glücklichen Entwicklung der Nachbarvölker und Länder zusammen. Dies soll als die beste Gewähr für die wirklichen Absichten der Juden den Arabern in Palästina und den Nachbarländern gegenüber dienen. Der Zionismus verlangt für das jüdische Volk die öden, nicht zur Genüge bearbeiteten und nicht genügend besiedelten Gebiete. Diese Gebiete will er fruchtbar machen, um damit das ganze Land zum Wohlstand zu bringen, und auf solche Weise wird auch dem arabischen Orient indirekt zu seiner Renaissance verhelfen. Solange der Geist der arabischen Bewegung vom machtpolitischen Gedanken und einem ausschließlichen egoistischen Nationalismus beherrscht ist, wird die einzige Grenze für seine ungezügelte Machtgier nur die physische Kraft, Entschlossenheit und das Ausharrungsvermögen der Juden bleiben. Der Zionismus jedoch, der die Frucht der jahrtausendelangen Leiden und der Sehnsucht des Volkes ist, der die einzige Lösung für dieses Volk bringt und eine Bewegung von Pionier-Generationen und Trägern der erhabenen Ideale der Menschheit darstellt — dieser Zionismus glaubt fest daran, daß auch in der arabischen nationalen Bewegung die wirklichen Interessen der arbeitenden und fortschrittlichen Volksschichten die Oberhand gewinnen werden und sich dann das Bewußtsein durchsetzen wird, daß die Juden nach Palästina und in den arabischen Orient gehen, um ihm neue Kraft zu verleihen und nicht um diese zu verringern, um zu bauen und nicht um zu zerstören. Der Zionismus vertraut auf die Gerechtigkeit und Reinheit seiner Bestrebungen und auf seine moralische Kraft. Er baut seine Politik auf der Zuversicht, daß einmal der Tag kommen muß, da die arabische Bewegung, geläutert von nationalistischem Chauvinismus, den Juden die Hand zur Zusammenarbeit reicht, um damit die ruhige Entwicklung des gemeinsamen Landes und eine glückliche Zukunft beider Völker zu sichern. Die Königliche Kommission In der geschlossenen Sitzung der Königlichen Kommission vom 8. Dezember 1936 wurden der Chefsekretär der Regierung Mr. Hall, der Leiter der Zollbehörden Mr. Stead, der Schatzmeister der Regierung Mr. Johnson und der Polizeipräsident Mr. Spicer vernommen. Dr. Ruppin, der als nächster Zeuge vor die Kommission trat, wies zunächst auf die Bedeutung landwirtschaftlicher Ansiedlung hin. 45% der von den Juden seit dem Kriege in Palästina investierten Gelder seien für Bodenkäufe und landwirtschaftliche Entwicklung verwendet worden. Er skizzierte die Geschichte der Kolonisation durch Baron Edmond de Rothschild und die PICA und stellte fest, daß vor dem Jahre 1919 die Zahl der jüdischen Siedlungen 43 war, die nunmehr auf 180 mit einer Bevölkerung von 55.000 angewachsen sei.