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Palästina · 1937-01-01 · Heft 1 (Januar 1937) · p. Seite 7

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 1 (Januar 1937)
Article
Die jüdisch-arabische Zahlungsbilanz
Date
1937-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Gesamtschaden der arabischen Wirtschaft durch den Boykott wahrscheinlich kleiner gewesen ist, als dies allgemein angenommen wird, und paradoxerweise von dem Ausfall der jüdischen Wirtschaft proportioneil und vielleicht sogar absolut übertroffen wird. Gerade die Größe des beiden Wirtschaftsorganismen durch den Boykott verursachten Schadens kann als Beweis dienen, wie sehr sie schon heute voneinander abhängig und aufeinander angewiesen sind. Die weitere Etablierung und Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise im Lande muß diese beiderseitige Abhängigkeit noch verstärken und zum Zwecke der Marktvereinheitlichung und Absatzerweiterung die Niederreißung aller inneren Schranken fördern. Jedoch dieselbe Entwicklung verstärkt auch die Kräfte der beiden sich bekämpfenden Kapitalistengruppen und damit auch den Umfang und die Spannung der nationalen Gegensätze. Vergleichen wir die Beziehungen zwischen der jüdischen und der arabischen Wirtschaft in Palästina mit denen der kapitalistischen und vorkapitalistischen Staaten, so kann auch hier der Satz Anwendung finden, daß Warenaustausch allein kein gemeinsames Wirtschaftsgebiet zu schaffen vermag, weil in seinem Fortgang und durch ihn die Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen den Partnern zwar geringer, ihre Konkurrenz und ihre Interessengegensätze aber desto größer werden. Die Zusammenfassung zu einem Wirtschaftsorganismus kann daher, unabhängig von der sozialen und gewerkschaftlichen Entwicklung der beiden, ohne finanzielle und machtpolitische Abhängigkeit nicht begründet werden. Zur Kritik der arabischen Bewegung Von Michael Assaf, Tel Aviv. Vorb. d. Red.: Wir nehmen die Gelegenheit wahr, das äußerst instruktive letzte Kapitel der in der »Kleinen Zionistischen Bücherei« (Prag) erschienenen Broschüre des Verfassers »Die arabische nationale Bewegung in Palästina« (siehe Nr. 12/36, Seite 648) in etwas gekürzter Form abzudrucken. In der arabischen nationalen Bewegung sind die drei Strömungen, die des Panislamismus, des Panarabismus und die zur lokalen Selbständigkeit (engerer Patriotismus), vereinigt und trotz der Widersprüche und Reibungen unter ihnen ist die Bewegung bestrebt, eine Art Synthese aufrecht zu erhalten. Mit der Entfaltung und Intensivierung der Bewegung hat jede dieser drei Strömungen eine bestimmte Aufgabe in der einheitlichen Bewegung zugewiesen bekommen. Man darf sich dennoch keineswegs darüber täuschen, daß die Strömung zur lokalen Selbständigkeit die wirkliche, lebendige Grundlage der ganzen Bewegung ist, die beiden anderen Strömungen dabei nur helfen und ergänzen und zeitgebundene Aufgaben erfüllen. Als Ziel der arabischen Bewegung gilt somit die nationale Unabhängigkeit. Demgemäß ist ihre gesamte Propaganda nach innen und außen auf den Kampf gegen den Imperialismus eingestellt. Ist aber die arabische Bewegung selbst, bei all ihrer derzeitigen Schwäche und obwohl sie noch bei weitem keine wirkliche Kraft im politischen Leben der Welt darstellt, von imperialistischen Gedankengängen und Gelüsten frei? Diese Bewegung schöpft ihre Kraft aus einer glorreichen historischen Vergangenheit; diese Vergangenheit ist ihr Vorbild, welchem sie nacheifert und nach dem sie sich sehnt. Was war aber das arabisch-moslemische Reich in seiner glorreichen Vergangenheit, wenn nicht

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