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Palästina · 1936-12-01 · Heft 12 (Dezember 1936) · p. Seite 650

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 12 (Dezember 1936)
Article
[Rezension] / b.
Date
1936-12-01
Page
Seite 650 (sequence 1)
Language
German
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Das gesetzestreue Judentum» Von Joseph Carlebach (Jüdische Lesehefte Nr. 15), Schocken-Verlag, Berlin 1936» 54 Seiten. — Selten ist wohl die Grundanschauung des gesetzestreuen Judentums in gedrängter Kürze so eindrucksvoll dargelegt worden» wie in dieser Broschüre. Die Abgrenzung gegen das liberale und das zionistische Judentum geschieht in maßvoller Weise, ohne die Entschiedenheit des Standpunktes im geringsten zu schwächen. Man erfährt aber nichts über den Widerstand der Orthodoxen gegen Herzl, ebensowenig wie darüber, in welch heftiger, oft gehässiger Weise die Agudas Isroel den Zionismus bekämpft hat oder wie geringfügig ihre Arbeit für Palästina ist. Bei all solchen Darlegungen mehr theoretischer Natur fehlt ferner immer wieder das Eingehen auf die soziologischen und geschichtsphilosophischen Fragen: Warum hat die Assimilation solch entjudende Formen annehmen können, warum war der Widerstand der geschlossenen und metaphysisch verankerten religiösen Lebensformen gegen sie so gering? Doch solche Erörterungen erforderten einen breiteren Rahmen. Das vorliegende Heft ist, insbesondere wegen der besonders klaren Herausarbeitung der Wesenszüge der Orthodoxie, zur Lektüre mpfohlen. b. Israel unter den Völkern» Von Erich Kahler, Humanitasverlag, Zürich 1936, 174 Seiten. —- Das tiefe und geistvolle Buch stellt in überzeugender Weise die Besonderheit jüdischen Volkstums dar, das weder eine Glaubensgenossenschaft noch eine Nation sei, sondern etwas Drittes, das Kahler mit dem Ausdruck »Stamm« bezeichnet. Aus diesem Anderssein erklärt sich das besondere Schicksal des jüdischen Volkes in Europa. Trotz aller Katastrophen, die über das europäische Judentum hereingebrochen sind, glaubt, Kahler an eine Mission des Judentums in Europa und für Europa, an einen Sinn der Diaspora. Was wir heute tun können, ist: beispielhaft leben, und so am Aufbau eines neuen Europa, einer neuen europäischen Nation zu wirken. An mehreren Stellen des Buches spricht der Autor von Palästina, für dessen Aufbau zu arbeiten die Judenheit der Diaspora verpflichtet sei. Aber die eigentliche Mission des Judentums erfüllt sich für ihn in dieser, die kein Zufall ist, sondern Schicksal. Man kann gegen die glänzend formulierten Thesen des Autors vieles einwenden; trotzdem ist das Buch wertvoll als das menschliche Dokument eines deutschen Juden, der aus seiner inneren Tragik heraus sich und anderen ehrlich Rechenschaft gibt über Wesen und Schicksal seines Volkes. K. Schluß des redaktionellen Teiles. Wir ersuchen unsere sehr geschätzten Abonnenten höflich, sich zwecks Begleichung der fälligen Abonnementgebühr für das Jahr 1937 beiliegenden Erlagscheines zu bedienen. Die Administration der Zeitschrift »PALÄSTINA«. Wir bitten dringendste alle Zuschriften, die die Administration betreffen, an diese und nicht an die Redaktion zu senden. Herausgeber und verantwortl. Redakteur: Adolf Böhm, Wien XVI., Wilhelminenstraße 28. — Eigentum: Hersl'Klub, Wien I., Elisabethstraße 1. — Verlag u. Administration: Fiba'Verlag, Wien VI., Gumpendorfer' straße 10. -r- Druck: C. Schneid, Wien VIII., Lerchenfelderstraße 146, Telephone B-43'0'35 u. B'43-0'36.

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