Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Wirtschaft
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 634 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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unklassifizierter Waren ist auf den erhöhten Militär-, Regierungs-. IPC-Bedarf zurückzuführen, der außerhalb der palästinensischen Wirtschaft steht. Der Exportrückgang ergibt sich aus der verringerten Orangenausfuhr der letzten Saison wegen der ungünstigen Ernte. Trotz des infolge des Streiks stark verringerten Exportes arabischer Produkte (Waschseife, Melonen) ist die übrige Ausfuhr gestiegen was nicht zuletzt auf die gesteigerte Ausfuhr einer Reihe von jüdischen Industrien zurückzuführen ist. Bei den stark erhöhten Exporten unklassifizierter Waren handelt es sich um Reexporte. Das Handelsbilanzdefizit ist von 9.38 Millionen £P im Vorjahr auf 6.78 Millionen £P im ersten bis dritten Quartal dieses Jahres zurückgegangen. Wenn man von dem erhöhten Import für den Bedarf der Regierung, des Militärs und ähnlichem absieht, der die Wirtschaft nicht direkt belastet, so ergibt sich eine darüber hinausgehende Verminderung des Handelsbilanzdefizites um über 3 Millionen £P. Der Rückgang der Kapitaleinwanderung in dieesm Jahre wird so weitgehend durch das verminderte Handelsbilanzdefizit ausgeglichen. Baubewegung und Beschäftigungsgrad. Die Bautätigkeit bis August weist keinen so starken Rückgang auf, wie es dem starken Rückgang des Baumaterialimportes entsprechend zu erwarten wäre, sondern hält sich bisher auf einem beachtlich hohen Niveau. Für die vier großen Städte ergeben sich folgende Ziffern (in Quadratmeter): Jerusalem Tel Aviv Haifa Jaffa Insgesamt Jänner bis August 1936 . . . 99.537 190.598 196.455 54.505 541.095 (Jänner bis August 1935) . . (123,859) (326.993) (285.257) (165.720) (901.829) Insgesamt lag die Bautätigkeit in den ersten acht Monaten dieses Jahres also um annähernd 40% unter dem Vorjahresniveau, wenn man von Jaffa absieht nur um etwa ein Drittel. Für August ergibt sich gegenüber dem Vorjahr (ohne Jaffa) allerdings ein Rückgang der Bautätigkeit um fast die Hälfte. Der darüber hinausgehende Rückgang des Baumaterialimportes dürfte sich daraus erklären, daß Ende letzten Jahres und zu Beginn dieses Jahres größere Mengen eingeführt wurden, die infolge der inzwischen eingetretenen Abschwächung der Bautätigkeit erst nach und nach verbraucht werden; auch sind die Importeure seit dem Beginn der Unruhen in ihren Dispositionen zurückhaltender. Es ist jedenfalls festzustellen, daß angesichts aller Umstände die jüdische Bautätigkeit sich noch immer auf einem sehr beachtlichen Niveau hält, zumal die Vergleichsziffern des Jahres 1935 Rekordziffern der Bautätigkeit darstellen. Die entscheidende Frage, die sich aus dem Rückgang der Bautätigkeit ergibt, bildet das Problem der Unterbringung der frei werdenden Arbeitskräfte. Dieses Problem stellte gewissermaßen das Damoklesschwert dar, das über der palästinensischen Wirtschaft schwebte: welchen Umfang wird die Arbeitslosigkeit annehmen und wie sollen die Arbeitslosen einmal untergebracht werden, wenn über kurz oder lang die Bautätigkeit sich auf ein Normalniveau reduzieren muß? Die Tatsache, daß mit dem Rückgang der Bautätigkeit im Verlaufe dieses Jahres und besonders in den letzten Monaten ein Anschwellen der Arbeitslosigkeit in erheblichem Umfang nicht in Erscheinung trat, ist ein Zeichen der überraschend großen Widerstandsfähigkeit und Stabilität der palästinensischen Wirtschaft. Die im Bauwesen frei werdenden Arbeitskräfte nahmen zum Teil Arbeitsplätze ein, die vor den Unruhen von Arabern ausgefüllt wurden, zum Teil fanden sie bei der Regierung Anstellung, zum Teil hat auch eine Rückwanderung in die Kolonien stattgefunden. Dieser Prozeß war naturgemäß mit Lohnrückgängen ver-