Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1936)
- Article
- Die Gründung eines Institutes für Wasserfragen
- Date
- 1936-12-01
- Page
- Seite 605 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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vornherein den praktischen Zweck des Institutes nicht durch den hervorgehobenen Charakter als Forschungsinstitut übertönen zu lassen. In der interessierten Bevölkerung würde eine solche Benennung mehr Anklang finden, während die wissenschaftliche Welt, welcher die Forschungsergebnisse zur Kenntnis kommen werden, daran keinen Anstoß nehmen würde. 2* Zweck des Institutes* Mit den Methoden der Wissenschaft und Technik wären folgende Aufgaben, stets das praktische Endergebnis, zur unmittelbaren Anwendung im Wirtschaftsleben, im Auge behaltend, zu behandeln: a) In Anlehnung an die parallele Arbeit der Versuchsstation in Rechowoth, die für die einzelnen Pflanzen in den einzelnen Landesteilen notwendigen, sogenannten »idealen Regenmengen« festzustellen. b) Zu erforschen, welches Minima von Wassermengen, welche Anzahl der Wässerungen und diese in welchen Zeitabständen für verschiedene Böden, in verschiedenen Landstrichen nötig sind, um ein Optimum oder Maximum der Ernteerträgnissen zu erzielen. c) Welche bewässerungstechnische und betriebstechnische Einrichtungen für die verschiedensten Böden zu treffen sind, um die W asserverluste (ungleichmäßige Verteilung, Oberflächenabfluß, Grundwasserabfluß) zu einem Minimum werden zu lassen. d) Eine eingehende Untersuchung der jährlichen Wasserbilanz im Lande anzustellen durch Erforschung: 1. Der Grundwasservorräte, deren Nährgebiete, Wege und Austrittspunkte, sowohl der natürlichen (Quellen, Speisung von Flüssen und Bächen) als der künstlichen (gewöhnliche Brunnen, Rohrbrunnen, Tiefbohrungen). 2. Der Oberflächen - W asservorräte, sowohl der permanenten (Flüsse und Bäche, Seen) als der sporadischen (Wadis, Ponore). 3. Der Größen der dauernden und der vorübergehenden (für die Pflanzennutzung im engeren Kreis in Frage kommenden) Versickerung. 4. Der Verdunstungsmengen der freien Wasseroberfläche der bestandenen und der nackten Gebiete, enger Wassersammler (offener Brunnen). e) Eine Sammlung Untersuchung und Bearbeitung des gesamten meteorologischen Materials und Verwertung in Zusammenhang mit den anderen Fragen. f) Geologische Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Studium des Oberflächen- und Grundwassers. g) Chemische und bakteriologische Untersuchungen der verschiedenen Gewässer mit besonderer Rücksicht auf die Verwendung für agrikultureile, Nutz- und Trinkzwecke. h) Untersuchungen von Spezialf ragen und für Spezialprojekte (für Wasserversorgung, Bewässerung, Entwässerung, Wasserreinigung, Wasserentsalzung, Enthärtung usw.). i) In späterer Ausgestaltung, durch Angliederung eines Hydraulischen Laboratoriums, Untersuchungen von Fragen wasserbautechnischer Natur an Modellen in reduziertem oder natürlichem Maßstab. 3, Personal und Mittel zur Durchführung der Aufgaben. a) Der vorläufige Status müßte umfassen: 1. Einen wissenschaftlich und praktisch geschulten Hydrologen als Leiter. 2. Einen Ingenieur mit einiger Praxis in Wasserfragen. 3. Einen Geologen, womöglich mit eingehender Kenntnis von Wasserfragen.