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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 564

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Politik.
Date
1936-11-01
Page
Seite 564 (sequence 1)
Language
German
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Rundschau POLITIK. Die Lage, die durch die letzten Ereignisse geschaffen worden ist (siehe »Nachrichten und Daten«), wird sehr widerspruchsvoll beurteilt. Die Vorgänge, die sich bei Beendigung des Streiks abgespielt hatten, sind allerdings völlig geklärt. Es ist kein Zweifel darüber, daß das Oberste Komitee der Araber seinen Rückzug durch die von ihm provozierte Erklärung der Fürsten zu markieren gesucht hat, denn der Streik stand vor dem Zusammenbruch. Die Engländer haben ihrerseits diese Intervention begünstigt, um den Arabern eine schwere Niederlage zu ersparen. Daß diese ihre Haltung zu schätzen wissen, geht daraus hervor, daß ihre Presse den General Dill einen »zweiten Allenby« nennt und seine hohe Weisheit nicht genug loben kann. Immerhin kann man den Streik selbst, so wenig er wirklich ganz radikal durchgeführt worden ist, als einen Erfolg der Araber bezeichnen. Das Blatt der deutschen Kolonisten »Die Warte des Tempels«, das dauernd eine betont araberfreundliche und scharf antizionistische Haltung einnimmt, sagt nicht mit Unrecht, daß es den Arabern gelungen war, die inneren Gegensätze während der Dauer von Streik und Unruhen zu mildern, eine Einheitsfront aufrechtzuhalten, die Weltöffentlichkeit in einem bisher nie gekannten Ausmaß auf ihre Beschwerden aufmerksam zu machen und ihr darzutun, daß die Einrichtung des Jüdischen Nationalheims nicht die Zustimmung der arabischen Bevölkerung finde. Auch die Art, wie mit einem Schlage die Arbeit wieder aufgenommen wurde, sei ein Zeichen von vorbildlicher Disziplin gewesen. Ob diese weiter aufrechtzuerhalten ist, steht dahin. Schon wird über einen neuerlichen Bruch zwischen dem Mufti und Naschaschibi berichtet. Auch stimmen alle Berichte darin überein, daß die Masse der arabischen Bevölkerung nicht nur den ihr aufgezwungenen Streik als eine lästige Bürde empfunden hatte, sondern auch überall in der freundschaftlichsten Weise die früheren Beziehungen zu den Juden aufzunehmen sucht. Immerhin kann England Politik nur mit den Führern machen und diese können heute, wie nie zuvor, nach der sechsmonatlichen Streikdisziplin der Massen, darauf hinweisen, daß diese geschlossen hinter ihnen stehen. Die Intervention der arabischen Fürsten wird nicht nur von den Arabern selbst, sondern ziemlich allgemein als von schwerwiegender Bedeutung für die Zukunft angesehen. Es ist aber sehr fraglich, ob diese Ansicht genügend begründet ist. Auffallend ist zunächst, daß die Presse Ägyptens in ihrer Mehrzahl diese Intervention scharf bekämpfte und sie sogar als nachteilig für die arabische Sache bezeichnete. Tatsächlich sind, wie schon in der letzten Rundschau gesagt worden ist, die arabischen Staaten durchaus nicht so konsolidiert, daß sie imstande wären, eine Aktionskraft zu entfalten, die über ihr Bereich hinausginge. Zudem sind sie untereinander nicht einig. Es hat schwere Mühe gekostet, Ihn Saud zu einer gemeinsamen Aktion mit den Haschimiten zu bringen, und es ist bezeichnend, daß ihre Namen nicht auf einem gemeinsamen Aufruf nebeneinanderstehen, sondern jeder Fürst einen eigenen Aufruf erließ. Der Imam von Jemen hat überhaupt nicht mitgemacht und das für Palästina wichtigste arabische Land, Syrien, war als französisches Mandatsland von vornherein von dieser Aktion ausgeschaltet. Die Skepsis in bezug auf die Bedeutung der Aktion der arabischen Staaten erhielt in den letzten Tagen reichlich Nahrung, denn die Revolte im Irak hat die Situation in der arabischen Welt grundlegend geändert. Sie ist in erster Linie

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