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Palästina · 1936-11-01 · Heft 11 (November 1936) · p. Seite 553

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 11 (November 1936)
Article
Nutzbare Bodenfläche und Bodennutzung in Palästina
Date
1936-11-01
Page
Seite 553 (sequence 2)
Language
German
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letzten Jahre zeigt, daß eine normale Berufsstruktur bei der jüdischen Bevölkerung gewährleistet wäre, wenn ein Drittel in der Landwirtschaft Beschäftigung fände. Die übrigen zwei Drittel finden in Industrie und Handwerk, dem Verkehrswesen, Handel und anderen Brufsgruppen Unterkunft. Unter diesem Gesichtspunkt verkleinert sich der beanspruchte Siedlungsraum entsprechend. Eine derartige Berufsstruktur garantiert der Landwirtschaft die Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte, die sie braucht, um sich modern entwickeln zu können und nicht zur Fellachenwirtschaft herabzusinken. Die kultivierbaren und kultivierten Bodenflächen lassen sich unter Berücksichtigung der neuesten Daten annähernd wie folgt bestimmen: Die Gesamtfläche Palästinas beträgt 26.000 Quadratkilometer, bzw. 2,600.000 Hektar oder 26 Millionen Dunam. Von diesen 26 Millionen Dunam entfallen nahezu 12 Millionen Dunam auf den regenarmen Süden (Negew). Der Süden ist in seinen landwirtschaftlichen Möglichkeiten noch völlig terra incognita; nach übereinstimmenden Schätzungen sind etwa V/2 Millionen Dunam bebaut. Vom Süden abgesehen, verbleibt also eine Gesamtfläche von 14 Millionen Dunam, um die es sich beim aktuellen Bodenproblem handelt. Inwieweit sind diese 14 Millionen Dunam anbaufähig? Der Kommissär für Ländereien schätzte die anbaufähige Fläche im Jahre 1930 auf 10.6 Millionen Dunam, zu denen noch 1.6 Millionen Dunam im Süden hinzukommen, so daß sich für ganz Palästina eine anbaufähige Fläche von 12.2 Millionen Dunam ergibt. Demgegenüber bezog sich der Simpson-Bericht auf eine Schätzung des Direktors der Land Vermessung, die in der Tendenz, der Regierung Handhaben für Einwanderungsbeschränkungen zu liefern, die kultivierbare Fläche auf nur 6.5 Millionen veranschlagte, zu denen noch die 1.5 Millionen Dunam im Süden hinzukommen, insgesamt also rund 8 Millionen Dunam. Eine für die Zwecke der im Jahre 1935 neu eingeführten Bodensteuer (Rural Property Tax) durchgeführte Bodenwertschätzung, deren Ergebnisse ungewöhnlich fehlerhaft1 waren, gelangte zu einer Kulturfläche von 7.8 Millionen Dunam, einschließlich des Südens also 9.3 Millionen Dunam nach der Bödenwertschätzung. Die Schätzung des Direktors der Landvermessung und die Bodenwertschätzung bleibt also um ein Drittel, bzw. ein Viertel hinter der Schätzung des Kommissärs für Ländereien zurück. Was nunmehr den Umfang der tatsächlichen Nutzfläche anbetrifft, so wurde im Jahre 1933 eine vom Departement für Landwirtschaft durchgeführte Erhebung veröffentlicht, die im Zusammenhang mit der letzten Volkszählung durchgeführt wurde. Diese wenig beachtete Erhebung beruht auf Angabe der Bauern und Schätzungen der Beamten. Nach ihr beträgt die 1931 tatsächlich bebaute Fläche (ohne den Süden) 8.5 Millionen Dunam, einschließlich des Südens also rund 10 Millionen Dunam. Wie vom Herausgeber des Zensus, Mr. E. Mills, dazu bemerkt wurde, lassen sich über die anbaufähigen Flächen keine exakten Angaben machen, jedoch handelt es sich bei den zur Zeit unbebauten Böden zum großen Teil um solche, die aus rechtlichen Gründen von der Nutzung seitens der Dörfer ausgeschlossen sind (Mewat-Böden), an und für sich aber anbaufähig sind. Über die Anbauflächen der einzelnen Kulturen liegen nur lückenhafte Angaben vor; auf Grund von Auskünften des Departements für Landwirtschaft läßt sich folgender Überblick gewinnen (die Ziffern beziehen sich auf das Jahr 1935): 1 Die Bodenwertschätzung für die Rural Property Tax gab die Zitrusfläche bloß mit 146.758 Dunam an, während sie 1935 nach amtlichen Angaben in Wirklichkeit 265.000 Dunam betrug. Die Forstfläche wurde mit nur 698.181 Dunam ausgewiesen, nach Regierungsangaben ist sie tatsächlich 1.4 Millionen Dunam. Die Unterschätzungen gehen also bis zur Hälfte des tatsächlichen Flächenumfanges herab.

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