Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1936)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 542 (sequence 3)
- Language
- German
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Die beiden Verfasser haben das gesamte, durch Gesetzgebung und Rechtsprechung geschaffene Material trotz seiner Kompliziertheit in sehr übersichtlicher und erfreulich lebendiger Weise zusammengestellt. Besonders wertvoll für die juristische Praxis ist die "Heranziehung der einschlägigen Entscheidungen» über welche auch mehrere Tabellen am Schlüsse des Buches eine gute Übersicht geben. Sie haben aber auch durch ausführliche historische und vergleichende Erörterungen in jedem Kapitel und durch eine sorgfältige Literaturzusammenstellung dafür gesorgt, daß jeder, der sich vom wissenschaftlichen Standpunkte mit einer der behandelten Fragen beschäftigt, eine reiche Fülle wertvoller Informationen und Anregungen findet. Das gilt nicht bloß für die rein juristischen Probleme, sondern auch für die volkswirtschaftlichen und soziologischen, die in Palästina, wie in jedem Lande, mit dem Boden zusammenhängen. In Palästina vollzieht sich gegenwärtig ein sehr rascher Übergang von alten Wirtschaits- und Rechtsförmen zu neuen. Es ist kein Zweifel, daß die Erschütterung der Lebensgrundlagen, welche durch diesen Prozeß* hervorgerufen wird, einen sehr beträchtlichen Anteil an der Unruhe der arabischen Bevölkerung des Landes hat. Es ist im Interesse der weiteren Entwicklung notwendig, daß die Träger der jüdischen Wirtschaft und Politik in Palästina sich mit der Frage befassen, in welchem Tempo, in welchen Formen und mit welchen Zielen sich dieser Prozeß weiter vollziehen soll. Auf diesem Gebiete ergeben sich für die im Entstehen begriffene palästinensische Sozial- und Rechtswissenschaft, nicht minder aber auch für die praktische Politik des Zionismus Aufgaben, die gerade jetzt besonders wichtig und dringlich sind. Auch bei ihrer Lösung wird das Werk als Materialquelle sehr wertvolle Dienste leisten. Dr. Ludwig Neumann, Haifa. Die zionistische Bewegung» Von Adolf Böhm. I. Band: Die zionistische Bewegung bis zum Ende des Weltkrieges, 2. Aufl., Hozaah Ivrith, Tel Aviv 1935, S. 732. — Die zionistische Literatur ist nicht reich an großen und fundierten Werken, in denen Geschichte und Wesen der zionistischen Bewegung, ihr Stand und ihre aktuellen Probleme geschildert werden. Vielleicht ist der Zeitraum, der seit dem Beginn der zionistischen Bewegung verflossen ist, noch zu gering, um häufiger eine umfassende Bearbeitung des Themas anzuregen. Schon aus diesem Grunde konnte eine Neubearbeitung des Buches von Adolf Böhm des größten Interesses der Öffentlichkeit gewiß sein. Die Art und Weise, wie sich der Autor in der vor kurzem erschienenen Neuauflage seiner Aufgabe entledigt hat, wird diesen Vorkämpfer objektiver zionistischer Geschichtsbetrachtung neue Freunde und Bewunderer gewinnen. In einem Punkte, fürchte ich, werden die Rezensenten den Verfasser aber enttäuschen. Wenn er sich in seinem Vorwort für die 2. Auflage eine mehr ins Einzelne gehende Kritik gewünscht hat, so wird dieser Wunsch auch diesmal nur schwer in Erfüllung gehen. Nicht allein, weil eine solche eingehende Besprechung seines Werkes zu viel Raum einnehmen würde, sondern auch aus einem anderen Grunde: Adolf Böhm bringt von Hause aus, wie kaum jemand - außer ihm, alle Vorbedingungen mit, die die Bearbeitung eines so großen Gegenstandes erfordert. Gerade seine außerordentliche Kenntnis der heute schon Historie gewordenen Details von den Anfängen der Bewegung an, das persönliche Miterleben vieler Ereignisse und Vorgänge, auf der anderen Seite die souveräne Zusammenfassung der Einzelheiten und die sichere Diktion und Formulierung der Zusammenhänge heben dieses Buch so sehr aus der Reihe anderer Darstellungen des Gegenstandes, daß eine kritische Haltung nur dem möglich ist, der mit einem gleichen Fundus an Kenntnissen usw. ausgestattet ist. Dieses Buch vereinigt die nicht häufig zusammen auftretenden Vorzüge eines gewissenhaft belegten Quellen- und Geschichtswerkes mit denen einer Darstellung, die den Leser von Anfang an gefangen