Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: September 1936
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 524 (sequence 4)
- Language
- German
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524 Textilwaren Leder sichtlich der kondensierten Milch stellt sich gemäß der kühleren Jahreszeit der Konsum von den kleinen wieder zu den großen Büchsen um, wobei holländische Ware im Vordergrunde bleibt. Relativ noch peinlicher als in früheren Jahren wurde es empfunden, daß gerade die immer noch kaufkräftigen Kreise des Publikums auch diesmal ihre sommerliche Europa-Reise dazu benutzt haben, um sich im Auslande auf längeren Bedarf mit neuer Kleidung und Wäsche einzudecken, zum Nachteil der einheimischen Textil- und Konfektionsfabriken, Manufakturwarengeschäfte und Schneidereibetriebe. Da noch viel Sommerware unverkauft auf Lager verblieben ist, bekundet begreiflicherweise der Großhandel wenig Neigung, an die nun bald fälligen Dispositionen für die nächstjährige Frühjahrs- und Sommersaison heranzugehen; man wird die Aufträge vielmehr auf das Vorsichtigste begrenzen, wie dies auch schon seinerzeit bei den Abschlüssen für die kommende Herbst- und Wintersaison der Fall gewesen ist. Im Detailhandel sind nach wie vor an vielen Stellen Schleuderpreise zu beobachten, ohne daß das Publikum viel Notiz davon nähme. Obwohl der internationale Markt letzthin wieder etwas fester geworden ist, hat sich das palästinensische Preisniveau gegenüber dem Vormonat bisher noch nicht verändert. Da der Schuhwaren-Einzelhandel über einen sehr matten Verlauf des Geschäftes zu den Feiertagen berichtet, zeigen sich die Schuhwarenfabrrken in der Abgrenzung ihres Erzeugungsprogramms und demgemäß auch in ihrem E,edereinkauf nach wie vor äußerst reserviert. Im Hinblick auf die herannahende Regenzeit sind jetzt die Dispositionen des Lederausschnitthandels und der größeren Schuhreparaturbetriebe für den Sohlenledereinkauf fällig; auch hier tritt vorläufig starke Zurückhaltung zutage, so daß die Abschlüsse erheblich unter dem Vorjahrsumfang liegen; dasselbe gilt für Gummiabsätze. fT/o/JT "^e^en c*em ju9os^awiscnen und rumänischen Angebot an Zitruskisten- I_I holz ist jetzt auch russische Ware reichlich am Platze; außerdem sind noch größere Posten von der vorjährigen Saison her vorhanden. Da aber die praktische Durchführung des Zitrus-Exports, insbesondere des arabischen Anteils bei fortdauernden Streikunruhen, immer noch Ungewißheit herrscht, sinjd die Zitruskistenholz-Verkäufer zu Preiszugeständnissen geneigt, so daß man gegenwärtig pro Kiste loko in der Regel nicht über — 035 (im Vormonat: —,035 bis — 040) £P bezahlt. Im M ö b e 1holz -Geschäft ist noch keine Neubelebung zu verspüren, trotz der kräftigen Immigrationswelle des Berichtsmonats, da auf größere Möbelanschaffungen seitens der jetzigen Neueinwanderer, die sich überwiegend aus angeforderten Eltern und jungen Arbeitnehmern zusammensetzen, schwerlich zu rechnen ist. Hingegen ist der Bauholz -Markt wieder etwas mehr in Gang gekommen; einesteils trägt dazu die neuerliche, vorerst freilich noch ganz leichte Zunahme der Bautätigkeit bei, die den Einfluß der Bautransfer-Hypotheken (2. Hypotheken in Höhe von 20% des Bauwertes) der »Haavara« nicht verkennen läßt; andernteils wirkt sich die anhaltende Befestigung am internationalen Schnittholzmarkte aus; daher erhöhte sich die Loko-Notierung für weiße Fichten- und Tannenbretter auf 2,600 bis 2,700 (im Vormonat: bis 2,550) £P pro Kubikmeter; dementsprechend stellten sich die Forderungen für die anderen gangbaren Sorten. In den Preisverhältnissen hat sich gegenüber den beiden Vormonaten nichts Wesentliches verändert. In. den letzten Wochen war bei Zement und Zementwaren, wie auch bei Kacheln und sanitärer Keramik infolge der Inangriffnahme neuer Bauvorhaben, wie z. B. des großen Blocks von Arbeiter Wohnhäusern in Tel Aviv-Nord, eine gewisse Belebung der Umsätze nicht Zement und Baukeramik